Eröffnung in Essen, der OB auf dem Rad, die entsprechende Berichterstattung – und: mein Senf dazu

[Tag 1/21]

Da fährt mal also einmal mit dem Oberbürgermeister Rad und schon ist man in der Zeitung. Und da ich dabei war und da über mich geschrieben wurde, kann ich auch gleich zwei Dinge korrigieren.

Stadtradeln im Essener Stadtwald OB Reinhard Paß ist gar nicht bis zum Baldeneysee mit- oder gar zurückgefahren, sondern hat sich auf Höhe des Stadtwaldes verabschiedet (- sehr freundlich und mit der Aussicht, dass er bald mehr in die Pedale treten wolle). (Wenn ich es richtig verstanden habe, schreibt er seine Kilometer für Stadtradeln nicht auf. Ich lasse mich aber sehr gerne eines besseren belehren.) Das kann WAZ-Reporter Sascha Bolder ja auch gar nicht wissen, schließlich ist er gar nicht mitgeradelt. Ist auch gar nicht schlimm, wahrscheinlich musste er zum nächsten Termin oder zurück an den Schreibtisch. Und bevor mir jemand Haarspalterei vorwirft. Ja, mag sein. Ich denke jedoch, dass es besser ist, die Dinge beim Namen zu nennen. Nachdem Reinhard Paß im September 2011 die „Versuchszone Elektromobilität im Alltageröffnete, habe ich ihm auch ein paar Fragen gestellt. Zum Thema Radfahren antwortete er ganz offen, dass er nur ein paar Meter für die Kameras radele. Am vergangenen Samstag waren es auch ohne Kameras einige Kilometer. Vermutlich fährt er auch zu anderen Gelegenheiten Rad und womöglich sogar noch ein paar Kilometer mehr. Ich sehe das persönliche (Velo)mobilitätsverhalten des OB ebenso wie das aller Essener und aller Stadtradler (egal, ob sie an dieser gleichnamigen Aktion teilnehmen oder nicht) als einen Prozess. Mich eingeschlossen: in meinem ersten Beitrag in diesem Blog habe meine eigene Mobilitätsbiographie grob skizziert. Und ich denke, das ist in Bezug auf eine gesunde nachhaltige Entwicklung gut so.

Ach ja, und dann stand da noch, dass ich mit dem Rad zum Sport fahren würde. Lieber fahre ich ein paar Umwege und höhere Geschwindigkeiten auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause.

Liken und teilen!

hallo Essen! hallo Bottrop, Gelsenkirchen, Gladbeck und Rheinberg! hallo Ruhrpott! hallo Welt!

[noch 1 Tag bis zum Start]

Das mit dem Star? Ich weiß nicht. Stadtradler auf jeden Fall. Stadtradler bin ich von Kindesbeinen an. Doch im Herbst 1993 kam das Mofa. Später dann das Moped, geliehene Motorräder und insgesamt vier Autos (also der Reihe nach, nicht gleichzeitig). Das Radfahren spielte keine Rolle mehr.

Ihr könnt es schon erahnen – sonst würde ich hier nicht bloggen: diese Motorisierung nahm dann auch wieder ab. Dank meiner Frau nutzte ich ab 2005 das Rad dann immer öfter zum Einkaufen. Nach und nach auch für Wege zum Jobben und zur Uni bzw. zum Bahnhof, da ich in Dortmund wohne und in Duisburg studierte. Mittlerweile arbeite ich an dieser Uni – auch in Essen -, und so ist das Pendeln mit Bahn und Velo zum Alltag geworden.

Was sich heute noch ändert, sind die Anteile zwischen diesen beiden Verkehrsmitteln. Immer mehr Kilometer verlagere ich von der Bahn aufs Rad: d.h. ich radle nicht zum nahe gelegenen Dorfbahnhof, sondern zum Hauptbahnhof. Wenn ich nach Duisburg zur Arbeit möchte, steige ich immer öfter bereits in Essen aus und radle gemeinsam mit einem Arbeitskollegen nach Duisburg. Und vielleicht steige ich demnächst in Bochum oder Herne aus, wenn ich nach Essen will.

Ach ja, das Auto. Das habe ich noch, sonst wäre ich gar nicht zum Stadtradeln-Star ernannt worden. Aber in den letzten zwei Jahren brauchte ich vier- oder fünfmal Starthilfe, weil die Batterie sich aufgrund der wenig zurückgelegten Kilometer nach und nach entleerte. Als ich dann gefragt wurde, ob ich nicht während des Stadtradelns meinen Autoschlüssel für drei Wochen abgeben wollte, musste ich keine Sekunde überlegen. Wenn ich das Stadtradeln also carefree überleben werde, werde ich danach carfree leben.

Ich bin Stadtradeln-Star für Essen und Kapitän für das Team Universität Duisburg-Essen. Wenn ich hier über Essen schreiben werde, dann wird das auch in der entsprechenden Kategorie zu finden sein. Da ich aber auch wissen will, was in den anderen Stadtradeln-Städten in der VeloCityRuhr so passiert, also Bottrop, Gelsenkirchen, Gladbeck und Rheinberg, werde ich evtl. auch mal für die anderen Städte schreiben.

Liken und teilen!