Eine Fahrradstraße? Ja, aber bitte mehr davon!

 

Nun fahre ich also wieder mal ins Deichamt, im Durchschnitt mache ich das an vier Tagen in der Woche, mitunter auch zwei Male hin und zwei Male wieder zurück. Auf jeder dieser Fahrten mit dem Rad nutze ich die Wiesenstraße zwischen Rheinfeld und Stadt Zons. Seit Jahren schon ist diese Straße als Fahrradstraße ausgewiesen. Schilder und Fahrbahnmarkierungen weisen in aller Deutlichkeit darauf hin, dass Autofahrer hier nicht herfahren dürfen, es sei denn, sie seien Anlieger.

Fahrradstraße

Müsste ich heute eine gefühlte Bilanz zum Erfolg der Fahrradstraßen-Ausweisung erstellen, fiele diese Bilanz sehr zwiespältig aus. Gewiss, Radfahrer dürfen sich auf der Wiesenstraße straßenverkehrsrechtlich „im Heimatland“ fühlen, dies zeigen mir die Familien und Radfahrergruppen, die insbesondere am Wochenende auf der Fahrradstraße unterwegs sind. Doch auch sie müssen immer wieder Autofahrern ausweichen, die die Straße rechtswidrig befahren, weil sie eben nicht Anlieger sind. Für sie ist es halt viel bequemer und zeit- wie spritsparender, die direkte Verbindung zwischen Rheinfeld und Zons zu fahren als die deutlich längere „offizielle“ Strecke. Als inzwischen einheimisch Gewordener (falls man dies in Dormagen schaffen kann) staune ich oft, welche mir bekannten Gesichter mir im Auto entgegen kommen oder welcher Wagen mich gerade überholt, die Strecke schnurstracks durchfährt, ohne irgendwo wegen eines Anliegens zu halten.

Da frage ich mich als früherer Ratsherr, der die Ausweisung der Fahrrdstraße gefordert und mit betrieben hat, heute schon einmal, ob eine solche Maßnahme wirklich sinnvoll war und heute noh ist. Und trotz der erlebten Enttäuschungen sagt mir mein Kopf: ja, die Ausweisung war und ist sinnvoll, aber eben noch unvollkommen:

  • Sie muss durch weitere verkehrsrechtliche und straßenbauliche Maßnahmen noch eindeutiger ausgewiesen werden.
  • Sie braucht eine Verlängerung über die Straße „Auf dem Sandberg“ und den Andreasweg (Wirtschaftsweg, der die Andreasstraße mit der Krefelder Straße verbindet), damit die Radfahrer eine sichere Verbindung zwischen der Stadt Zons, Rheinfeld und der westlichen Innenstadt bekommen.

Solche zukunftsweisenden Radrouten können innerstädtische Verkehre prägen – und für den Radverkehr müssen sie das auch, wenn denn der Radverkehr tatsächlich mehr Zukunft für Städte mit mehr Lebensqualität bringen soll.

 

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