Stadtradler-Star (gewesen) sein – ein Rückblick

Nun ist es eine Woche her, dass die Zeit als Stadtradler-Star endete.
Die erste Woche der 21-tägigen „Star“-Zeit war relativ „normal“, also mit Job, Freizeitaktivitäten etc. sowie den Vorbereitungen auf die lange Radtour durch den Osten Deutschlands geprägt. Kein Problem, alle Wege mit dem Rad zu machen. Sicherlich hatte ich den Vorteil, einen Wohnort zu haben, der alle wesentlichen Infrastruktureinrichtungen in radfahrfreundlicher Entfernung, d.h. in einem Umkreis bis 10 km Entfernung bietet.

In der zweiten und dritten Woche dann war – schon langfristig geplant – nur Radfahren angesagt. Die ersten vier Tage wurde mit der Ortsgruppe Gehrden-Ronnenberg des ADFC an der Mulde geradelt.

Die gemeinsame Mulde nahe Colditz

Die gemeinsame Mulde nahe Colditz

Auf der Grenze zwischen Vogtland und Erzgebirge am Oberlauf der Zwickauer Mulde

Auf der Grenze zwischen Vogtland und Erzgebirge am Oberlauf der Zwickauer Mulde

Große Hitze und teils extrem starke Steigungen machten die Strecken an den Mulden (Freiberger und Zwickauer Mulde) nicht ganz einfach. Es lohnt sich aber für fitte Radler, diesen Fluss zu erkunden. Allerdings führt der Mulden-Radweg auf längeren Abschnitten auch abseits des Flusses entlang.

Dann ging es auf die große Rundtour durch den Osten Deutschlands. Unsere Erfahrung im Rückblick: es gibt viele Regionen, die sehr gute Radwege anbieten, wo das Radfahren richtig Spaß macht. Nie zuvor habe ich so viele perfekte Radfahrstraßen über z.T. 10, 20 km ohne Unterbrechung gesehen.

Radfahrstraße in der Lausitz bei Senftenberg

Radfahrstraße in der Lausitz bei Senftenberg

Radfahrstraße zur Oder (ehemalige Bahntrasse)

Radfahrstraße zur Oder (ehemalige Bahntrasse)

Irgendwo im nördlichen Brandenburg...

Radfahrstraße irgendwo im nördlichen Brandenburg…

Aber es gibt auch Gegenden mit wenig guten Wegen (Bereich Schwedt/Oder) oder als internationale Hauptradwegrouten ausgewiesene Strecken (z.B. Berlin – Kopenhagen), die für Touren-Radfahrer auf Teilstrecken kaum befahrbar sind…

Kopfsteinpflaster, mit Gepäck auf dem Rad nicht befahrbar, der Rand weicher Sand

Kopfsteinpflaster, mit Gepäck auf dem Rad nicht befahrbar, der Rand weicher Sand

Wege mit abgrundtiefem Sand, da geht nur schieben

Wege mit abgrundtiefem Sand, da geht nur schieben

Sand, Sand, Sand..., bis zur Felge: Kette und Schaltung ständig völlig "versandet"

Sand, Sand, Sand…, bis zur Felge: Kette und Schaltung ständig völlig „versandet“

Auch diese Wegequalität gab es teils über weite Strecken in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Beschilderungsqualität stimmt mit der Wegequalität meist   überein. Es gilt somit, in diesen Gegenden die Tourenplanung besonders sorgfältig vorzunehmen. Vermeintlich gute Abkürzungen bedeuten immer mal schieben anstatt fahren, sollten nur bei gesicherter Fahrbahnbeschaffenheit gewählt werden.

Insgesamt ist der Osten Deutschlands allen Radfahrern aber sehr zu empfehlen. Der Spreeradweg ist auf weiten Strecken einfach super, die Landschaft wunderschön (nicht nur der Spreewald). Auf dem Oderdeich zu radeln ist ein Genuss, die Lausitz (ehemals Braunkohletagebaugebiet) schon weitgehend perfekt für Radtourismus. Auch die Routen zwischen den vielen Seen im nördlichen Brandenburg (zwischen Angermünde, Lychen, Röbel an der Müritz) und Meck-Pomm sind weitgehend ein Genuss in der Natur pur, für einen Radlerurlaub eine echte Empfehlung. Selbst die Straßen sind dort meist so verkehrsarm, dass man diese in der Regel getrost in die Planungen einbeziehen kann. Und es gibt immer wieder Sehenswürdigkeiten, die wenig bekannt, aber einen Abstecher oder als Ziel sehenswert sind.

Stadtradler-Star an der Oder ca. 40 km südlich Schwedt

Stadtradler-Star an der Oder ca. 40 km südlich Schwedt

Cottbus - Fürst-Pückler-Park

Cottbus – Fürst-Pückler-Park

Aussichtsturm am Müggelsee bei Köpenick, Blick auf Berlin

Aussichtsturm am Müggelsee bei Köpenick, Blick auf Berlin

Schloss Güstrow

Schloss Güstrow

Schweriner Schloss

Schweriner Schloss

Das größte Schloss in Sachsen

Die größte Schlossanlage in Sachsen

...oder sie Porzellanstadt Meißen

…oder sie Porzellanstadt Meißen

Auf der fast 1.500 km langen Radtour konnten wir auf unseren Rädern so viele schöne Landschaften, seltene Tiere (u.a. Adler), Städte, Bauwerke, besondere Details sehen. Das wäre mit dem Auto niemals möglich gewesen. Wir konnte überall „mal eben“ anhalten – mit dem Pkw undenkbar. Man konnte die Umgebung riechen, hören: die unendlich vielen Vögel in den Auenlandschaften, das frisch gemähte Heu. Auf dem Rad beginnt der Urlaub mit dem Aufsteigen und losradeln. Der Alltag ist sofort vergessen, da andauernd unendlich viele Eindrücke am Wegesrand auf einen einwirken. Und man kommt mit dem Rad dennoch recht schnell weiter, viel weiter als zu Fuß. Man ist täglich tatsächlich ganz woanders. All dieses geht nur mit dem Rad.

 

Und nächstes Jahr geht es wieder los, dann wohl – nach dem Süden im letzten und dem Norden im vorletzten Jahr in den Westen Deutschlands (westlich des Rheins). Die Vorfreude beginnt schon jetzt.

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