TOUR de Eifel

Wie schon geschildert, funktioniert der Alltag bestens. Das Radeln ist sehr kommunikativ, besonders wenn man den ein oder anderen Bekanten trifft. Aber auch mit Fremden kommt man schnell in Kontakt und der Heimweg dauert manchmal etwas länger.

Mitten in Woche 1 fällt die Entscheidung der Familie, die Großeltern in der Eifel zu besuchen. Normalerweise fahren wir Freitags nach der Schule mit dem Auto los, bewältigen die 480 km bis 19:00 Uhr und essen alle gemeinsam Abendbrot.

Doch jetzt als „Star “ ist alles anders: z.B. die Frage, wie ich die letzten 15 km vom Bahnhof in der Eifel ohne Busverbindung auf die Höhendörfer bewältigen kann. Schnell ist klar, mein Teamkollege muss mit.

Leider ist die Fahrradmitnahme im ICE nicht möglich und die Zugfahrt verlängert sich von 4,5 h auf 8 h. D.h. wir wären wir erst um um 23:30 Uhr am Zielbahnhof. Dann noch mit dem Rad die letzten, 15 km bergauf ist den Kindern nicht zuzumuten. Die Strecke per Fernbus zurückzulegen dauert noch länger. Also fährt  der Rest der Familie wie immer mit dem Auto und ich nehme Rad und Bahn. Schnell steht der Plan: mit dem Rad nach Kitzingen, von dort mit der Bahn über Köln in die Eifel und dann in der Schlussetappe mit dem Rad zu meinen Eltern

Die Route plane ich im Internet unter http://www.bayerninfo.de/rad  und spiele den gpx-file auf mein Navi.

DSC01785

Freitags nehme ich mir frei und starte um 5:00 Uhr meine Tour nach Kitzingen. Die Route führt mich über Nürnberg, Fürth, Langenzenn und Neustadt Aisch nach Kitzingen. Die 145 km sind in 7 h bewältigt und unser erstes Bahnabenteuer beginnt.

DSC01786Auf dem Bahnhof ist wenig geboten und meine Nachfrage nach einer Toilette wird verneint. Also Zusammenkneifen und zum Fahrkartenschalter. Hier stellt man mir das Pausenschild vor die Nase. Als ich dann unsere Fahrkarten von der alkoholisierten Verkäuferin erhalte, können wir (inkl. voller Blase) zum Bahnsteig.

DSC01788

Bis zum Ziel müssen wir 4 mal umsteigen und das tragen des Rads mit Gepäck ist eine Herausforderung. Die Züge selbst sind sehr unterschiedlich, von nahezu Neu (mit Klima) bis zu einem Zug, der eigentlich in die Schrottpresse gehört.

DSC01790

Frankfurt Hbf

In keinem finde ich eine Steckdose zum Laden meines Akkus (noch 20% Restkapazität) so sehr ich auch suche. Entweder gibt es keine im Abteil oder sie funktionieren nicht. Auch auf den Bahnhöfen suche ich vergebens und muss wohl die letzte Etappe mit ca. 600 Höhenmetern stromsparend strampeln.

Ich habe viele nette hilfsbereite Menschen und gleichgesinnte getroffen und konnte mich bestens unterhalten.

Dann endlich um 20:30 Uhr erreiche ich den letzten Bahnhof und 45 Minuten später bin ich nach 155 Radkilometern müde aber glücklich am Ziel. Mein Nebenantrieb ist noch am Ende als ich selbst.

Sonntags geht es zurück und ich wähle diesmal eine andere Variante: radeln mit einem Zwischenstopp bei Verwandten quer dDSC01796urch die Eifel nach Cochem. Dort packen wir das Rad in den Kofferraum unseres Autos, das mich inzwischen samt der 3 Mitfahrer eingeholt hat. Die 100 km (1700 Höhenmeter) sind dank Tretunterstützung in 4 h bezwungen und  ich steige pünktlich in den ICE.
Ich bin vor meiner Familie in Nürnberg, denn die sitzt auf der A3 im Raum Würzburg fest. Schließlich nehme ich aber mein Rad wieder in Empfang. Die Weg nach Hause läuft wie von allein und ein Abenteuer geht zu Ende.

Woche 2 hat begonnen ….

Fazit:

  • Bahn und Rad funktioniert nur mit guter Planung
  • Man benötigt wesentlich mehr Zeit
  • Die Bahnhöfe sind manchmal nicht radfreundlich und man muss das Rad die Stufen zum Bahnsteig tragen
  • Die Fahrradplätze sind sehr begrenzt und oft von Reisenden ohne Rad belegt
  • Man trifft viele nette Menschen und bekommt oft Hilfe
Liken und teilen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*