Rahmen hält immer noch….

Mein Bild der Woche vor dem Porsche Museum in Stuttgart:

Grüner Porsche

Die grüne Farbe passt doch irgendwie zu mir, oder?
Aber viel interessanter war noch Folgendes: Bitte Link folgen!
…wer hätte das gedacht, was Ferdinand Porsche schon 100 Jahre vor dem Pedelec-Zeitalter so zu Wege brachte. Alle Achtung. Diese Innovation wünschen wir Radler uns heute erst recht!

Aber jetzt zu meinem Wochenbericht:
Heute ist schon mein letzter Tag als Stadtradel-Star. Das ist der Tag, an dem ich 2012 meinen Rahmenbruch hatte. Da bin ich ja mal gespannt. Vorsichtiges Fahren ist heute also ganz besonders angesagt…obwohl nach den Regenschauern der letzten Tage schon längst alles wieder abgetrocknet ist und auch noch kein schmieriges Laub überall rumliegt.

Radwegeräumung! Das ist auch so ein Thema. Ihr verzeiht, dass ich jetzt von der Winterräumung anfange, obwohl jede/r auf den Sommer wartet.

Unsere Stadtverwaltung kündigte letztens an, punktuell sich über eine Radwegeräumung im Winter Gedanken machen zu wollen. Das ist prinzipiell löblich. Als Ganzjahres-Radler und grüner Gemeinderat muss ich aber sagen: Viel wichtiger wäre die Räumung der Radwege im Herbst, wenn das Laub fällt und sich mit Nässe zusammen, vor allem in Kurven zu einem schmierigen Brei vermengt. Der Herbst ist eine Jahreszeit, zu der noch viele Radler unterwegs sind. Bei Schneefall sind nur noch die Hartgesottenen von uns unterwegs. Die wissen mit Schnee und uns Eis unter dem Reifen umzugehen: Frisch gefallen stellt der Schnee nur ein geringes Problem dar. Festgefahren wird er zur Rutschpartie mit Armbruchgefahr. Da sollte tunlichst wenigstens abgewartet werden, bis auf den Fahrspuren der Autos wieder der Asphalt durchschaut, auf denen man Grip hat. Und wenn dann auf Radwegen nur teilweise geräumt wird, wäre das eine trügerische Sicherheit, wenn hinter der nächsten Kurve plötzlich wieder der fest gefahrene Schnee liegen würde.

Mein Fazit: Das Geld für die Winterräumung auf Radwegen ist besser für die Räumung von feuchtem Laub im Herbst und dem Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur angelegt.

Woche 2, Auszug aus meinem Fahrtenbuch:

So. 16.06.:
Nach dem Interkulturellen Frühstück, von dem ich zuletzt berichtete bin ich im Prinzip nur noch in Esslingen zum Bahnhof geradelt, dort mit dem Zug nach Bad Urach und dann die Alb hoch zu meiner Freundin geradelt.
Bewertung: Unspektakulär.
Obwohl: Die steilen Steigen auf die Schwäbische Alb hoch sind ganz schön knackig.

Mo. 17.06.:
…umso schneller geht’s am nächsten Morgen dann natürlich die Alb runter, in den Zug und auf nach Stuttgart.

Di. 18.06.:
Nur von Esslingen nach Stuttgart ins Geschäft geradelt. Das sind zwar immerhin 18 km, viel Kilometer kommen da aber für den Stadtradelstar nicht wirklich zusammen. Letztes Jahr bei meinem dritten Platz beim Stadtradel-Star bin ich deshalb öfters morgens um 6:30h direkt von der Uracher Alb nach Stuttgart geradelt (über 70 km). Ich war dann mesit so gegen 9:30h im Geschäft, was mal gerade für die Ausnahmesituation „Stadtradel-Star“ noch so ging…

Mi. 19.06.:
Nur in Esslingen mit dem Rad unterwegs gewesen.

Do. 20.06.:
Mit dem Rad nach Stuttgart.

Fr. 21.06.:
Heute hatte ich mir vom Geschäft frei genommen. Am Vormittag stand die Teilnahme an der Gesellschafterversammlung einer Verkehrsgesellschaft an, bei der ich als Gemeinderat als Gesellschaftervertreter teilgenommen habe. Dazu musste ich erst einmal aus dem Neckartal raus auf die Fildern hoch radeln, wo die Sitzung stattfand. Von dort kommt das gute „Filderkraut“, das u.a. im guten „Hengstenberg-Sauerkraut“ aus Esslingen verarbeitet ist.
Nach der Sitzung auf den Fildern 20 Minuten zum nächsten S-Bahn-Halt geradelt…auf nach Stuttgart zu einer Programm-Schulung in der Landesgeschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen.
Anschließend schnell mit der S-Bahn nach Esslingen und zur Einweihungsfeier eines kleinen Biotops beim Altenpflegeheim Esslingen-Berkheim (Also wieder aus dem Neckartal raus nach oben), das die Naturfreunde Berkheim, anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens im Ehrenamt errichtet haben. Ganz tolle Sache!
Es war ein absolut heißer Tag. Deshalb war ich auch mit Radlerhose und Rad-Shirt unterwegs. Für die Termine hatte ich ein Handtuch dabei um mich vorher in den jeweiligen Sanitär-räumlichkeiten frisch zu machen und wenigstens ein gebügeltes weißes „ordentliches“ Hemd über die Radlerhose zu streifen. Bei DER Hitze war diese Kleiderordnung bei vielen akzeptiert, zumal das Gespräch auch oft aufs Stadtradeln und den Verzicht aufs Auto fiel.
Nach der Biotopeinweihung dann wieder ins Neckartal runter geradelt und auf der anderen Seite wieder aus dem Neckartal raus nach Esslingen Hohenkreuz, wo ich wohne.
Schnell unter die Dusche gesprungen und die Radlerkluft gegen Festbekleidung getauscht für den nächsten Termin und zwar: Ich war als Kreisrat bei der 40-Jahres-Feier des Landkreises Esslingen im Landratsamt. Wir hatten Besuchsgruppen aus Israel, aus Polen, dem Landkreis München Land und aus dem Landkreis Leipzig da.
Als ich etwa um 22 Uhr nach Hause radeln wollte, also wieder aus dem Neckartal raus, hat es angefangen zu stürmen, zu blitzen und zu donnern. Richtig wüster Regen. Anstatt mich mit meiner Festbekeidung in den Regen zu stützen habe ich mich zurück zu einem Glas Wein gesetzt. Habe dann mehr oder weniger als Letzter zusammen mit dem Landrat das fest gegen 23:00 Uhr verlassen, als es aufhört zu regenen.

Sa. 22.06.:
Heute war Stadtradler-Star-mäßig ein spannender Tag. Ich nahm im Rahmen der 40-Jahrfeier des Landkreises Esslingen den ganzen Tag mit unseren Besuchergruppen an einem eng getakteten Besuchsprogramm teil.
Problem: Die Gruppe war den ganzen Tag mit dem Reisebus im ganzen Landkreis bis nach Stuttgart unterwegs und ich durfte als Stadtradler-Star nicht mit, da ein Reisebus nach meiner Lesart kein öffentliches Verkehrsmittel ist, sondern streng genommen ein überdimensionierter Privat-PKW.
Die Programmpunkte:
–          Porschemuseum in Stuttgart
–          Mittagessen in der Beletage der Sektkellerei Kessler in Esslingen
–          Kellerführung in der Sektkellerei
–          Besuch Weingut Kusterer in den Steillagen des Esslinger Weinbaus
–          Abendessen auf dem Hohenneuffen auf der schwäbischen Alb
Zu Porsche bin ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Rad. Vor dem Porsche-Museum hatte ich mein Fahrrad „geparkt“. Man hat mich gleich mal des Feldes verwiesen.
Neben der großen Begeisterung beim Museumsbesuch vieler meiner Mitbesucher fand ich im Museum spannend, dass Ferdinand Porsche vor irgendwelchen KdW- oder Sportwägen ein Elektroauto gebaut hat. Hier mehr dazu. Heute wehrt sich Porsche wie alle deutschen Automobilhersteller gegen schärfere CO2-Werte und damit auch gegen mehr Innovation. Wer sich dieser Innovation verweigert, der gefährdet meiner Ansicht nach unseren Automobil-Standort und zehntausende Arbeitsplätze.
Die Besuche der Sektkellerei Kessler und des Weinguts Kusterer waren spannend (und lecker). Kessler ist die ältetse Sektkellerei Deutschlands. Das Weingut Kusterer ist vielfach bundesweit prämiert. Bestürzend waren die teilweise eingefallenen Weinbergmauern in den Steillagen.

Weinbergmauer 2Weinbergmauer 3Weinbergmauer 1

Hier geht langsam aber sicher ein Esslinger Kulturgut verloren. Wer baut die Mauern wieder auf? Zu teuer und unwirtschaftlich. Für die alten Wengerter war das früher kein Thema. Das musste eben gemacht werden, hing doch vom Weinbau die wirtschaftliche Existenz ab. Das sieht heute bei den jungen Nebenerwerbs-Wengertern anders aus. Man kann es ihnen nicht verübeln, dass der Aufbau der eingefallenen Mauern nicht oder kaum mehr für sie zu leisten ist. Unsereins erfreut sich des tollen Blickes, der von Anderen unter Schweiß notdürftig erhalten wird. Meine Meinung: Hier muss die Bevölkerung sensibilisiert werden aber es müssen auch öffentliche Gelder fließen. Für die Sensibilisierung der Bevölkerung und den Erhalt der einzigartigen, historischen Weinwerge in der Esslinger Steillage hat sich nun eigens ein Verein gegründet, bei dem man Mitglied werden kann.
Meinen Zug von Esslingen nach Nürtingen, um von dort zum Hohenneuffen auf die Alb hoch zu radeln, habe ich dann leider knapp verpasst. 55 Minuten warten hieß für mich, eine halbe Stunde zu spät beim Abendessen mit den Landkreisgästen einzutreffen.
Ich bin schwer verschwitzt oben angekommen. Das letzte Stück zur Burgruine hoch schätze ich auf über 20 Prozent Steigung. Nach gewohnter Methode, habe ich mich erst einmal frisch gemacht. Radfahrerkluft aus, Jeans an, Bügelhemd an, Lederschuhe an, Krawatte an, Jackett an….Guten Tag liebe Gäste!
Gegen 23:00 Uhr war nach dem Essen auch der förmliche Geschenkeaustausch der Delegationen untereinander und waren die Reden beendet und das Fest schloss.
Da ich schon einmal ober auf der Alb war, radelte ich noch die etwa 15 km „rüber“ zur Uracher Alb zu meiner Partnerin. Dumm nur, dass Ich besonders schlau sein und eine Abkürzung im Dunkeln fahren wollte. Die vermeintliche Abkürzung entpuppte sich als Umweg, weil sich ein Taleinschnitt vor mir auftat, den ich nicht bedacht hatte. Da ich nachts um 24:00 Uhr keine Lust mehr auf Höhenmeter hatte, bin ich also umgedreht und war dann glücklich etwa gegen 01:00 Uhr in der Nacht am Ziel.

Bis bald zum Bericht über die dritte Stadtradel-Star-Woche.

Radelgrüße aus Esslingen

Jürgen Menzel

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