Startschuss für Stadtradeln in Mainz

Morgen ist der Startschuss für das Stadtradeln in Mainz. Ganz ehrlich habe ich mich schon gefragt, was habe ich mir angetan? Drei Wochen völlig auf das Auto zu verzichten, wird eine Herausforderung sein. Warum ich mich trotzdem freue? Hier sind die ersten Eindrücke meiner Probefahrt.

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Ist das schön oder ist das schön? 🙂 Das Abenteuer Stadtradelstar kann beginnen. Dabei bin ich gespannt, was ich die nächsten drei Wochen erleben, entdecken und erfahren darf. Es wird eine Herausforderung werden, drei Wochen lang nur mit eigener Muskelkraft von A nach B zu radeln.

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Fahrrad weg!

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben – siehe Eintrag vom Vortag – denn als ich abends nach Hause wollte, musste ich feststellen: Rad gestohlen – das Schloss durchtrennt am Boden neben dem Fahrradständer direkt vor der MuK! Und das am hellichten Tage!

Dann schnell auf unser Dienstrad umgestiegen, um nach Hause zu radeln. Heute morgen Anzeige erstattet. Und siehe da, auf unserer Videoüberwachung ist die Tat dokumentiert. Dafür hat der Täter ein anderes Rad hier stehen lassen – na vielen Dank!

Blödes Gefühl, toi toi toi, bislang ist mir noch nie etwas weggekommen, dazu musste ich 47 Jahre werden.

Also liebe Stadtradler: Aufgepasst – wer ein schmuckes weiß-beiges KTM Trekking Avento 8 plus 28 Zoll Rad auf Lübecks Strassen sieht, es könnte meines sein.

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Heldenhafte Regenfahrten

16.8.: Da ich noch einen späteren Termin in Hamburg am Vortag hatte, bin ich Bahn gefahren bis Bad Schwartau, nur 5 Minuten zusätzlich vom Lübecker Hbf. Das Rad stand noch in der MuK, so bin ich auf ÖPNV umgestiegen, um am Morgen ins Büro zu gelangen. Kam so auch mal mit einer Nachbarin ins Gespräch und im Nu musste ich auch schon wieder aussteigen.

17.8.: Einladung zu einem Hoffest in der Stadt bei Freunden. Selbstverständlich habe ich das Rad genutzt. Am Abend stellte ich dann fest, dass ich mein Zahlenschloss nicht lesen konnte und musste „Hilfe“ holen, um das Schloss aufzumachen. Das nächste Mal parke ich unter einer Laterne oder ich wechsel das Schloss! Nachts radelt es sich noch schneller.

18.8.: Regen und Einladung zum Sommerfest: Die Laune ist mässig, meine Regensachen immer noch nicht perfekt. Fühle mich heldenhaft, als ich ziemlich durchnässt auf der Party ankommen. Gottseidank trocknete es schnell und auf dem Nachhauseweg machte mir das Nasswerden gar nichts mehr aus. Zuhause gab es ja Wechselklamotten. Und dann kam zur Belohnung auch noch die Sonne heraus – schnell einen Sundowner auf der Terasse eingenommen.

19.8.: Termin in Kiel: Mit dem Rad zum Bahnhof Bad Schwartau – kenne ich ja nun schon gut – immerhin schon 5 Minuten Zeit gespart von Lübeck aus betrachtet. Dann geht es eine Stunde durch schönstes Schleswig-Holstein. Überlege, bald mal eine Radtour nach Plön zu machen, dort gibt es ein wunderbares Restaurant mit Blick auf den See.
Und auf dem Rückweg konnte ich sogar noch ein kleines Mittagsschläfchen halten.

20.8.: Strahlend blauer Himmel, danke schön! Heut bei guter Ampelschaltung bin ich den Weg ins Büro schon in 28 Minuten gefahren, anfänglich habe ich gut 35 Minuten gebraucht – ich komme auch schon nicht mehr so ins Schwitzen.

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Fahrradkompatibel

14.08.: Kleid – aus Kleiderschrank meiner Tochter entliehen – kompatibel, die Highheels im Korb. Frage mich, ob es auch Knöllchen gibt, wenn man als Radfahrer auf der falschen Seite fährt?

Vielen Dank für das Feedback: Ab sofort halte ich mich natürlich immer daran, auf der richtigen Seite zu fahren, um das Bußgeld zu vermeiden. Ein sonniges Wochenende an meine Radler-Kollegen!

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Herausforderung Einkaufen

13.08.: Herausforderung Einkaufen mit Fahrradkorb nach Dienstschluss gelungen. Endlich mal keine überflüssigen Dinge gekauft und die Entscheidung, was koche ich noch, konnte ich gut auf dem Rad treffen. Das Wetter war gnädig, es hat vorher und nachher geregnet.

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Nasser geht’s nicht

11.08.: Mist, schon wieder früher aufstehen, statt gemütlich im Bett…meine Tochter und ich haben am späten Vormittag einen Termin in der Innenstadt. Meine Tochter findet das erst gar nicht lustig, mit dem Rad. Sie bewegt sich derzeit eh am liebsten gar nicht.

Kurz vor dem Ziel erwischt uns ein heftiger Regenschauer – auf Regensachen war ich noch nicht eingestellt nach diesem Traumwetter. Wir stellen uns noch kurz unter, etwas Zeit haben wir noch, aber wir triefen – gut dass es warmer Regen ist.

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Kick off am Kanal entlang

10.08.: Heute geht es los – oh weh worauf habe ich mich eingelassen. Ich gebe zu, ich bin noch nicht wieder im Schulrhythmus meiner Tochter mit kurz vor 6 Uhr aufstehen angekommen, würde daher gerne noch gemütlich im Bett liegen, Kaffee trinken, lesen und dösen – aber nun geht es von Bad Schwartau in die Kronsforder Allee zum Start der Stadtradel-Aktion. Dort angekommen sind die ersten 10 Kilometer schon geradelt, ich fühle mich schon wie nach der Radtour.  Und nun wird es ernst, das Auto wird verpackt, der Schlüssel abgegeben. Ich bin gespannt und freue mich nun auf die nächsten 3 Wochen. Es gilt nun, etwas besser zu planen…

Schöne Radtour am Kanal entlang – wie lange bin ich hier nicht mehr gewesen. Idylle mit Enten auf dem Wasser und liegenden Kühen auf den Weiden. Das Wetter könnte etwas besser sein, aber die paar Regentropfen trocknen schnell wieder auf dem Weg nach Krummesse.

Nach der Tour geht es noch zum Einkaufen – auch hier muss genau überlegt werden, wie viel geht eigentlich hinten in den Korb hinein? Ich kaufe nur das Nötigste, auch gut, schont den Geldbeutel  – fällt mir schwer, ich liebe es, immer noch dies und das mit in den Einkaufskorb zu legen – könnte man ja auch mal probieren…

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Ein Sommertraum ist zu Ende ….

Die Aktion für den Landkreis Lauf ist nun zu Ende und ich kann nur sagen
“ Bei diesem Wetter war der Autoverzicht keine Qual“

Was ist aber unser Fazit:

  • Der Hauptantrieb (jetzt 75 Kg und fit) sowie das Nebenaggregat (nun 3.980 Km) haben die Zeit ohne größere Probleme überstanden. Wir hatten viel Spass und sind nicht nur alltagsnotwendige Touren gefahren.
  • Ich bin immer noch begeisterter Pedelec Fahrer. Es ist absolut alltagstauglich und man kann bei 36° C den Vorzug der Unterstützung genießen.
    Bei Touren mit Freunden und Ihren Carbon-Rennrädern (6,5  Kg) musste ich ackern (23,5 Kg + Satteltaschen), um den Schnitt (ca. 28 km/h) zu halten.
    Mit etwas Fitness konnte ich Reichweiten von 160 km (mit Gepäck) ohne nachladen realisieren. Bei Bergtouren (ca. 1600 Höhenmetern) in einer nicht stromsparenden Fahrweise hielt der Akku immerhin ca. 75 km. Mein Fazit: E-Mobilität heißt auch PEDELEC
  • Es wurde auch deutlich, dass man als Familie auf dem Land ohne Auto nur sehr schwer zurecht kommt. Auf dem Land benötigt eine Familie ein Auto, aber es wird genauso deutlich, dass sich vieles ohne erledigen lässt.
  • Für mich ist klar, ich werde das Rad weiterhin als Fahrzeug zur Arbeit einsetzen und mehr kleinere Besorgungen damit erledigen. Das ist eine effektive Art Sport zu treiben und kostet weniger Zeit, als eine abendliche Radtour.

Ich freue mich auf nächstes Jahr und werde mit Sicherheit wieder mitmachen.  Ob als STAR steht noch in den STERNEN….

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Die Zeit vergeht wie im Flug…

…und schwups sind die drei „Stadtradel-Star-Wochen“ vorbei…
Nicht einmal Regen auf dem Rad gehabt (der nasse Rücken kam eher von den sommerlichen Temperaturen), jede Menge neue Eindrücke und Raderfahrungen gesammelt und sogar ein bisschen Farbe getankt 🙂
Mein persönliches Faszit: Ich radel weiter!!!
Überrascht hat mich dennoch, dass es jede Woche mehr als 100km sind, die ich mit dem Rad zurück lege… Die drei Aktionswochen über habe ich es auf über 400km geschafft, das ist fast eine Tankfüllung!!
Na von dem gesparten Geld geht es heute bei Königswetter in den Biergarten, An- und Abreise mit dem Rad inklusive 🙂

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Fazit: Radeln ist klimaschädlich – macht aber trotzdem Spass !!

Zu dieser Erkenntnis komme ich nach drei autofreien Wochen – jedenfalls für mich persönlich (Eine Allgemeingültigkeit dieser These beanspruche ich ausdrücklich nicht).

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Ich will mal erklären, wie ich zu dieser „Einsicht“ komme:

Wie ich im letzten Beitrag mitgeteilt habe gilt: Wer radelt, muss auch essen! – wer nicht radelt muss zwar auch essen, aber nicht so viel, sonst droht Übergewicht!

(Das ist ja auch logisch: denn es wird Energie verbraucht, die dem Körper wieder zugeführt werden muss. Wer Auto fährt muss ja auch tanken.)

Was und wieviel der jeweilige Radler isst, das ist natürlich individuell unterschiedlich (fast wie beim Auto: Diesel oder Benzin, E10 oder nicht, Ferrari mit 18l / 100 km oder sparsamer Kleinwagen ….).

Ich radle in erster Linie mit dem Rennrad flott und sportlich (vielleicht bin ich – noch – kein Ferrari unter den Radlern, aber zumindest ein Porsche-Boxter, wenngleich mein „Verbrauch“ auf Ferrari-Niveau liegt). Jedenfalls benötige ich sehr viel Energie. Ich gehe hier mal von 700 Kalorien pro Stunde aus. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 28 km/h ergibt das gerundet:

ca. 2.800 Kalorien / 100 km

Das ergibt also bei den von mir in den 21 Tagen erradelten rund 1.800 km einen Kalorienbedarf von rund 2.400 Kalorien pro Tag – zusätzlich zu meinem Grundbedarf.

Den Teil meines zusätzlichen, radelbedingten Energiebedarfs, den ich durch Kohlenhydrate decke, lasse ich bei meiner Betrachtung einfach mal weg, sonst wird es noch komplizierter.

Zur Energieversorgung und zum notwendigen Muskelerhalt will und brauche ich jedenfalls auch Proteine – also Fleisch! (ausserdem schmeckt es mir). Hier bevorzuge ich Rindfleisch. Dessen Öko-Bilanz sieht wie folgt aus:

Der gesamte Treibhauseffekt von einem Kilogramm Rindfleisch entspricht dem von 36,4 Kilogramm Kohlendioxid (hinzu kommt noch der Energieverbrauch des Fleischtransports und der Rinderfarm), vgl. SZ vom 17.05.2010 – Klima-Killer zum Verzehren.

Pro 100 km Radeln verspeise ich persönlich mindestens 500 Gramm Rindfleisch und verursache damit mindestens 18,2 kg CO2 (schlechtes Gewissen? – ausdrücklich: NEIN !! Ich radle, weil es gesund ist und Spass macht und ein gutes Essen gehört für mich dazu).

Der CO2-Rechner im Radelkalender geht von einer CO2-Ersparnis von 14,4 kg/100 km aus, wenn statt des Autos das Rad genommen wird.

Wir sehen also: Ich bin ein böser Klimaschädling und verursache gegenüber einem Auto zusätzliche 3,8 kg CO2 / 100 km! – und das allein schon durch meinen Rindfleischverbrauch – und es macht mir Freude.

Nachdem ich im Aktionszeitraum fast 1.800 km geradelt bin, habe ich das Klima gegenüber einem Auto mit zusätzlich mindestens 68,4 kg CO2 belastet.

Noch ernüchternder wird meine persönliche Umweltbilanz, wenn ich mir überlege, was ich an CO2 hätte einsparen können, wenn ich mich während der Stadtradel-Aktion so gut wie gar nicht bewegt hätte und mich zu Hause auf dem Sofa oder im Garten sitzend möglichst vegetarisch ernährt hätte (mit einem Kalorienverbrauch von max. 1.800 pro Tag) … wenig Bewegung = wenig Energieverbrauch = wenig CO2-Ausstoss.

Hinzu kommt noch mein durch die Atmung bedingter CO2-Ausstoss – logisch: zu Hause auf dem Sofa oder im klimatisierten Auto mit einem Puls von 65 verbrauche ich weniger Sauerstoff und verursache auch weniger CO2 als wenn ich mich bei 30 Grad im Schatten mit einem Puls von 150 auf dem Rad einen Berg hinaufquäle ….

Es ist also zum Verzweifeln … Radeln ist klimaschädlich und macht trotzdem Spass … Hoffentlich liest kein Politiker diesen Beitrag, sonst wird aufs Radeln bald auch noch eine Öko-Steuer erhoben – aber vielleicht wäre das ja sogar ganz gut, wenn das Geld dann für die Radverkehrsförderung ausgegeben würde …

Es kann sein, dass manchem meine Betrachtungsweise absurd oder übertrieben erscheint. Aber genau so absurd und übertrieben finde ich es, wenn heute jedes Produkt und jede Verhaltensweise auf die CO2-Bilanz hin untersucht und bewertet wird. Schon z.B. der CO2-Rechner im Radelkalender übertreibt und ist falsch, weil einfach jeder Radkilometer in erspartes CO2 umgerechnet wird. Es dürften nur die Kilometer gerechnet werden, bei denen das Rad statt des Autos genommen wird, also beim Einkaufen, auf dem Weg zur Arbeit usw. – Freizeit- bzw. Spass- Kilometer sparen nämlich kein CO2! Auch wird nicht berücksichtigt, dass ja trotzdem Auto gefahren wird, wenn z.B. Familienangehörige mit dem Auto Besorgungen erledigen, die mit dem Rad nicht zu schaffen sind – also sind hier die 21 autofreien Tage streng genommen nicht eingehalten.

Zum Abschluss mal alle Polemik und Ironie bei Seite und ein Aufruf:

Leute radelt, egal wohin und aus welchem Grund! Wenn Ihr meint, damit etwas Gutes fürs Klima zu tun, dann radelt eben aus diesem Grund! Hauptsache Ihr bewegt Euch und tut damit etwas Gutes für Eure psychische und physische Gesundheit. Leben ist Bewegung und Bewegung ist Leben!

Hier noch einige bildliche Eindrücke, warum ich radle:

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… so sieht man unsere Umgebung vom Auto aus jedenfalls nicht!

Zum Ende der Aktion möchte ich mich noch ganz herzlich beim Team vom Landratsamt Nürnberger Land bedanken für die tolle Unterstützung und Motivierung und das enorme Engagement! DANKE also an Frau Röser, Frau Reinhardt und Herrn Hölzel !!

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