Antonino Pecoraro, STADTRADLER Würzburg

Mein Fazit: Im Laufe der letzten drei Wochen nahm das Gefühl des Verzichts stetig ab. Was zunächst Umstand und Anstrengung bedeutete, war schließlich Gewohnheit, ja manchmal sogar Vergnügung. Und, man höre und staune, selbst das schweißnasse Hemd der ersten Tage war in Vergessenheit geraten. Ich sage einfach: Rad fahren ist schön!

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Zwei Wochen als STADTRADLER

Die zweite Woche ist bereits vorbei und die Anzahl der Kilometer ist auf 231 gestiegen. Ich habe von Anfang an keine Wette über die Anzahl der Kilometer abgeschlossen, die am Ende auf dem Zähler stehen werden. Es macht auf jeden Fall Spaß zu sehen, wie die Zahl nach oben geht. Von Anfang an habe ich das Fahrrad anstelle des PKWs verwendet, also als Verkehrsmittel vor allem. Und ich gebe ja zu, dass das, was ich auf den Zettel geschrieben hatte, immer noch zu trifft: es ist anstrengend! Ja, das Rad nicht nur in der Freizeit, also freiwillig zu benutzen, sondern bewusst Verzicht ausüben. Denn Umweltschutz und alle Beiträge, die dafür benötigt werden, sind ein Verzicht auf Bequemlichkeit und Selbstverständlichkeiten, die ich nicht oft hinterfragt hatte.

Als ich gestern in die Stadt fuhr merkte ich, ich habe, wie es hin- und wieder vorkommt, mein Mobiltelefon zu Hause vergessen. Was nun? Zurück fahren und das Telefon holen oder weiterfahren? Ich entschied mich fürs Weiterfahren und die Welt ist nicht unter gegangen. Also, Verzicht ausüben muss sich nicht unbedingt auf die Qualität des Lebens auswirken. Noch zwei Tage radeln und dann kommt die Gesamtbilanz. Bin gespannt, wie diese ausfallen wird.

Antonino Pecoraro

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Radfahren ist schön, hinterlässt aber Schweißgeruch!

Wir sind am Mittwochabend mit einer schönen Radeltour durch die Stadt gestartet. An Orte vorbei, wo sonst nur PKW verkehren dürfen und ohne auf rote Ampeln achten zu müssen (Fahrraddemo zum Stadtradeln-Auftakt in Würzburg mit „Geleitschutz“ der Polizei, daher waren die roten Ampeln egal…; A. d. Red.).

Gemeinsam mit Gleichgesinnten sich locker unterhaltend auf so breiten Straßen zu fahren ist eine Erfahrung, die man nicht alle Tage macht. 10 km haben wir sehr gemütlich zurückgelegt. Dann haben wir uns getrennt.

Freunde, die ich kurz danach besuchte und die mich auch gesehen hatten, haben ihre „verbale“ Unterstützung zugesagt und mir Durchhaltevermögen gewünscht. Mit dem Weg nach Haus hatte ich am Abend bereits 18 km zurückgelegt.

Der Donnerstag war ein Feiertag und wie bereits geplant, sind wir ein wenig am Main entlang gefahren. Mit dem Handy einen kleinen Film gedreht, ob er was geworden ist? Pause in einem Biergarten. Das ist das Schönste am Fahrradfahren, denke ich immer.

Dann über die Fußgängerbrücke von Margetshöchheim nach Veitshöchheim und von dort aus den Berg hoch gefahren oder auch geschoben, bis nach Oberdürrbach. Wäre ich nicht Fahrrad gefahren, hätte ich den schönsten Biergarten Unterfrankens möglicherweise nie entdeckt: Der ist nämlich in Oberdürbach. Dann wieder hinab und hinauf bis Versbach. Hier wartet das Feuerwehrfest: Ich sagte, es gibt nichts Besseres als Fahrradfahren.

So ist der Kilometer-Zähler auf 44 km am Tag zwei gestiegen.

 

Der Tag der Wahrheit

Freitag, der 3. Juni 2011, der erste Arbeitstag in der Radeltour.

Radelklamotten angezogen, Taschen bereits vorbereitet mit Handtuch und Ersatzwäsche.

Noch eine Kontrolle:
Hose, Strümpfe, Unterhose, Schuhe, Unterhemd und Hemd. Alles drin. Es ist mir noch nicht klar, was alles gebraucht wird.

Und los geht’s. Ca. 6,5 km von zu Hause bis zum Arbeitsplatz. Der Schweiß tropft, nach den ersten zwei Kilometern. Ich komme durchnässt an, obwohl es ein schöner Tag ist. Tasche auspacken und frische Wäsche im Schrank deponieren. Abkühlen und trocknen. Nach einer Weile geht’s zum Waschen und danach frische Klamotten anziehen. Am späten Nachmittag geht es zurück. Da zwischen Innenstadt und Wohnort eine leichte Steigung vorhanden ist, sind die Schweißausbrüche vorprogrammiert. Ich habe mir nicht vorgenommen Kilometer zu sammeln, sondern das Fahrrad so zu nutzen, dass das Auto ersetzt wird.

Am Wochenende werde ich geschont. Ich muss nicht einkaufen gehen. Der Einkauf wird von meiner Lebensgefährtin übernommen, die sowieso terminlich unterwegs ist.

Der erste Tag ist also nicht so schlimm verlaufen und ich bin guter Dinge.

 

Montag, der 6.6.11

Gleiches Prozedere wie am Freitag. Hier wird die Garderobe natürlich bereichert mit weiteren Kleidungstücken. Ankunft bei der Arbeit im selben Zustand wie am Freitag. Ich habe festgestellt, dass mindestens eine Viertelstunde vergeht, bis man sich einigermaßen „trocken gelegt hat“. Nachmittag ab 15 Uhr Sitzung des Werkausschusses, ohne Schweißgeruch. Dann ab 19 Uhr Fraktionssitzung. Wie schon lange nicht mehr, sind wir bald fertig, sodass wir die Möglichkeit nutzen, endlich gemeinsam was Essen zu gehen.

Es ist bereits halb elf, zurück ins Büro, umziehen, Fahrradtasche mit Wäsche einpacken. Zurückfahren. Ich komme nach Elf Uhr nach Hause. Umziehen, trocknen, duschen, schlafen gehen.

 

Dienstag, der 7.6.11

Wie Montag früh. Ab halb zehn Sitzung (Meeting) bis halb zwölf. Abstecher in die Stadt mit Gästen. Telefonat mit dem Internetanbieter: Ich muss nach Hause, damit eine Messung durchgeführt werden kann, um festzustellen, wo der Fehler liegt, wegen dessen ich keinen Internetanschluss habe. Nach Hause geradelt. Viertelstunde telefoniert. Das Ergebnis des Telefonats lässt nichts Gutes erahnen. Wieder ins Büro geradelt. Die Zeit der Sitzung nachgearbeitet und erst um 19.30 Uhr aus dem Büro rausgekommen.

Inzwischen liegt mein Kilometer-Stand bei 109,1 km, die ich an fünf Tagen gefahren bin.

Wenn ich heute ein Fazit abgeben sollte, dann würde ich es auf einen Zettel schreiben und in zehn Tagen mit meinem neuen Befinden vergleichen. Das mache ich auch!!

Antonino Pecoraro

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Interview mit Stadtrat Antonino Pecoraro in seiner neuen Funktion als STADTRADLER

Herr Pecoraro, bei Ihren vielen Terminen wird das nicht einfach sein, drei Wochen auf das Auto zu verzichten?
Antonino Pecoraro: Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht. Aber es gibt einige Leute in meiner Fraktion, die gar kein Auto haben. Also bin ich mir sicher, es geht. Eine gewisse Gewöhnung wird notwendig sein. Man muss alle Termine viel genauer planen, wenn man mit der Straßenbahn, dem Bus oder mit dem Rad unterwegs ist. Es wird alles etwas langsamer.

Nur zum Prozedere. Haben Sie noch ein anderes Auto für den Notfall?
Pecoraro: Das ist ganz klar, ich werde mich strikt an die Regeln halten. Dafür stehe ich viel zu sehr unter Beobachtung. Wenn es um Einkäufe geht, werde ich mich nur mit kleineren Mengen beteiligen. Zugegeben, es gibt ein Auto mit meiner Lebensgefährtin. Sie bewegt sich aber schon jetzt zu 95 Prozent mit dem ÖPNV. Für mich wird das eine außergewöhnliche Situation.

Wo sehen sie die echten Abstriche, die Sie im täglichen Leben machen müssen?
Pecoraro: Die wird es ohne jeden Zweifel geben. Vor allem mein beruflicher Radius in der Ausländer-Beratung geht weit über Würzburg hinaus. Da muss ich meine Termine einhalten. Ich kann nicht mehr so spontan sein und muss völlig anders planen. Die Bequemlichkeit wird ohne Zweifel leiden müssen.

Was versprechen Sie sich davon, wenn Sie sich so einen Zwang auferlegen?
Pecoraro: Neue Erfahrungen mache ich ganz gerne. Man bekommt andere Sichtfelder und neue Beziehungen. Im Bus treffe ich Menschen und komme ins Gespräch. Ich weiß aber auch inzwischen, dass man viele Ziele mit dem ÖPNV gut erreichen kann.

Wie steht es bei Ihnen mit dem Radeln allgemein?
Pecoraro: Am Wochenende bin ich 150 Kilometer gefahren. Radfahren gefällt mir, obwohl ich eigentlich unsportlich bin. Es ist gut für meine Gesundheit. Jetzt kommt der Spagat zwischen Freizeit und meinen beruflichen und ehrenamtlichen Aufgaben dazu. Das stellt mich auf eine echte Probe. Es ist spannend.

Ein letzte Frage noch: Böse Zungen behaupten, Sie hätten Ihren Führerschein ohnehin für einige Wochen abgeben müssen.
Pecoraro: Da muss ich lachen. Es stimmt, dass ich den Frankenwein liebe. Aber ich kenne auch die Balance wo ich nicht mehr fahrtüchtig bin. Dann gibt es andere Verkehrsmittel und auch Taxis.

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Stadt Würzburg startet als erste Kommune beim Stadtradeln 2011 und stellt den ersten STADTRADLER.

Das Klima-Bündnis begrüßt die Stadt Würzburg zum Stadtradeln. Gemeinderat und BürgerInnen radeln vom 01. bis 21. Juni 2011 für den Klimaschutz um die Wette.

Als erster STADTRADLER geht Stadtrad Antonino Pecoraro an den Start! Sein Auto ist 21 Tage mit dem Radeingemottet, wir sind sehr gespannt auf seine Berichte!

ls erster STADTRADLER geht Stadtrad Antonino Paecoraro an den Start! Wir sind sehr gespannt auf seine Berichte!

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