3 Wochen ohne Auto und nur mit dem Rad (oder ÖPV)

 


 Es geht, sogar sehr gut. Und ich kann abschließend zusammenfassen, dass die Verpflichtung, auf das Auto voll umfänglich zu verzichten, eine grandiose Erfahrung gewesen ist. Zunächst dachte ich, alltägliche Wege mit dem Rad abzufahren ist mittlerweile Gewohnheit. Mit den Verpflichtungen lege ich mir absolut keine Zwänge auf. Allerdings hatte ich nicht bedacht, dass mein Mann und ich mit einem anderen Ehepaar in dieser Zeit einen Kurzurlaub in Stralsund geplant hatten. Und diese Reise nach Stralsund ist nun wirklich kein Alltagsweg. Durch meine Verpflichtung zur Autoabstinenz sind also im Auto meines Mannes 3 Personen gereist. Zeitgleich fuhr ich mit dem IC. Mich ängstigten keine Starkregenschauer. Im Gegenteil. Auf dem Tisch hatte ich meine Bücher liegen und konnte auf der Hinreise und einem Teil der Rückreise unbekümmert lesen. Zwischen Bremen und Dortmund allerdings hatte ich dazu absolut keine Gelegenheit. Mein temporärer Sitznachbar warf einen Blick auf mein Sachbuch zum Klimawandel – damit war der Gesprächsstoff für den Rest der Reise gesichert. Wäre ich im Auto mitgefahren, hätte ich in dem Käfig mit Sicherheit diesen Menschen nicht getroffen. Mir wird deutlich, wie abschottend ein Auto wirkt. Es distanziert von der Umwelt, vom Wetter, den Mitmenschen und eigentlich auch vom Leben. Mit dem Fahrrad bin ich freier. Ich gestehe, auch freier von Verkehrsregeln. Wenn ich den offiziellen Radweg an der Kreuzung B 235 / Siemensstraße aus Richtung Henrichenburg in die Klöcknerstraße benutze, muss ich 4 mal an Ampeln halten. Bleibe ich aber auf der Fahrbahn, habe ich mit dem ersten Grün die Kreuzung bewältigt. Übrigens habe ich gelesen, dass in Paris das Rot bei Ampeln von den Radfahrenden ignoriert werden kann, wenn sie gefahrlos weiterfahren können. Das wäre doch was! Die Erfahrungen in diesen 3 Wochen möchte ich absolut nicht missen. Die Mobilität ohne Auto gelingt – sogar sehr gut. Ausschließlich mit dem Rad zu fahren ist für mich keine Einschränkung gewesen. Zuvor hätte ich bestimmt bei nassem Wetter mit etlichen vorgeschobenen Gründen mein Auto benutzt. In diesen 3 Wochen ging das nicht. Und somit gilt auch hier: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Radfahren kann süchtig machen.

Mit den besten Grüßen Notburga Henke

 

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Auf Umwegen durch Castrop-Rauxel

Schon seit etlichen Jahren fahre ich die meisten Strecken mit meinem Fahrrad. Nun, im offiziellen Stadtradeln, ist der Ehrgeiz geweckt, möglichst viele Kilometer „zu sammeln“. Auf diese Weise fahre ich statt der 2 km bis zu meinem Supermarkt mindestens 18 – quer durch die Wälder. Meine kleinen Ausflüge sind ein hervorragender Ausgleich zur alltäglichen Arbeit.

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