Stadtradeln-Fazit

Das schöne vorweg: Es hat einfach Spaß gemacht 🙂

Jede Minute auf dem Fahrrad war ein Gewinn für den ganzen Tag, selbst wenn das Wetter nicht ganz so mitspielen wollte und es mal geregnet oder ordentlich gestürmt hat. Ein Wechsel-Sakko im Büro war da durchaus ganz hilfreich.

Weniger erfreulich war der Bahnstreik, der mich auch zur ein oder anderen Mitfahrgelegenheit zwang – ein eigenes Taxi ohne Mitfahrer oder gar einen Mietwagen habe ich mir aber trotzdem nicht genommen.

Besonders unangenehm war das bei einer Ankunft am Nürnberger Flughafen abends um 22:30 Uhr. Normalerweise wäre ich direkt ins Taxi gestiegen und gegen 22:50 Uhr daheim gewesen. Mit dem ÖPNV hat das bis deutlich nach Mitternacht gedauert. Da gäbe es schon noch viel zu tun…

Spannend war für mich aus Erlanger Sicht, dass in die Zeit des Stadtradelns auch eine Stadtratsdiskussion zur Frage der Öffnung weiterer Einbahnstraßen für Radfahrer fiel. Zu weiten Teilen erschien mir das wie eine Scheindiskussion. Im Alltag findet man doch für fast jeden Weg eine Route, in der man sich problemlos nach den Einbahnstraßen richten kann – und dort dann ohne Gegenverkehr auch wirklich zügig vorankommt. Wichtig ist doch, dass jede Verkehrsregelung auch einen zügigen Verkehrsfluss ermöglicht. Das habe ich auch in den vergangenen Wochen wieder richtig zu schätzen gelernt. So mancher will das mit dem Gegenverkehr in engen Straßen ganz bewusst verhindern und den Verkehr dort ausbremsen. Deswegen sage ich: Gegenverkehr nur dort, wo auch räumlich genügend Platz für eine ungehinderte Begegnung bleibt. Und gleichzeitig: Etwas mehr Gelassenheit, wenn dann doch mal jemand aus Versehen gegen die Einbahnstraße daherkommt, solange dieser sich defensiv verhält und gerne Platz macht.

Erlangen ist eine tolle Radlerstadt. Das müssen wir auch weiter ausbauen. Mit effizienten Radwegen und guten Möglichkeiten für die Berufspendler auf zwei Rädern. Und genügend  Gelassenheit für alle, die abseits der Radachsen suchend oder genießend den Blick auf Häuser, Plätze und Straßenzüge der Stadt richten. Beides muss möglich sein, imm abhängig vom jeweiligen baulichen Umfeld.

Und wir müssen unseren Vorteil einer Wissenschaftsstadt mit einem optimalen Netzwerk von Forschungspartnern aus Wirtschaft, Industrie und Politik in FAHRRADDISTANZ weiter ausspielen. Das ist nicht nur gut fürs Umweltklima, sondern auch gut fürs Forschungsklima und die Gesundheit der dort hart arbeitenden Bevölkerung. Radfahren in Erlangen bedeutet echte Lebensqualität 🙂

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Fränkischer Fahrrad-Flashmob

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Mein Fazit nach drei Wochen als Stadtradlerin in Erlangen: Ja, es schmeckt. Ja, es macht Lust auf mehr. Wer aufs Auto verzichtet, muss sich etwas mehr organisieren und auch mehr Zeit einplanen, um zum Ziel zu gelangen. Eigentlich alles machbar. Trotzdem wird es, ehrlich gesagt, in meinem Beruf nicht ganz ohne Auto gehen. Aber drei Wochen haben ausgereicht, um jetzt darüber nachzudenken, ob Carsharing nicht doch eine Alternative ist, wenn es mit den Rad mal ganz und gar nicht klappen kann.

Dass Erlangen seit vielen Jahren eine ausgewiesene Radlerhochburg ist, mögen viele Statistiken zeigen. Der tatsächliche Beweis aber ist jedes Jahr vor und nach Pfingsten etwa zwei Wochen lang zu besichtigen. Zu kaum einer anderen Zeit als rund um Pfingsten herum und an kaum einem anderen Ort als der „Bergkirchweih“, die jedes Jahr rund eine Million Besucher auf die historischen Bierkeller lockt, kommt es quasi zu einem „Fahrrad-Flashmob in Extrem-Zeitlupe“. Allmählich füllt sich ein schnöder Autoparkplatz am Fuße des Kirchweihgeländes mit gefühlt tausend Drahteseln. Spät in der Nacht, wenn das letzte Bier getrunken und die Popcorntüte leergefuttert ist, sind sie wieder weg. So geht das Tag für Tag. Zumindest in dieser „fünften Jahreszeit“ muss niemand mehr überzeugt werden, aufs Fahrrad umzusteigen.

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Drei Wochen frische Luft im Maien – mit guten Erkenntnissen für die Mobilität im Sattel

Die Spielregel für Radelstars hat sich leicht einhalten lassen: drei Wochen ohne Auto. Der Verzicht bereitete keine Schwierigkeiten und es gab auch keine nennenswerten Organisationsprobleme. Ist für mich ohnehin keine große Sache, nachdem ich auch sonst fast alles mit dem Fahrrad erledige. So sind beispielsweise im letzten Jahr insgesamt 9.400 Kilometer im Sattel zusammengekommen, bei weniger als der Hälfte im Auto.

Fluss-Rathaus Bamberg

Fluss-Rathaus Bamberg

Viel geholfen hat im Aktionszeitraum auch das relativ trockene Wetter. Dafür gab es aber erstaunlich viel Wind für unsere Gegend – es musste also ordentlich reingetreten werden.

Die anstehenden Termine haben sich in der Stadt gut machen lassen, ohne lästigen Park-Such-Verkehr. Der angenehmste am Schlusstag: Festakt „60 Jahre SOS-Kinderdörfer Deutschland“.

Durch die Baustellen-Umleitungen für den Autoverkehr aufgrund des Ausbaus der ICE-Strecke nach Berlin waren wir Radler beim Erreichen der Erlanger Innenstadt zudem deutlich im Vorteil.

Radtour zur Kirschenblüte

Radtour zur Kirschenblüte

Ein attraktives Tourenprogramm des ADFC Erlangen animierte mich, während der drei Wochen an vier Fahrten teilzunehmen, mit interessanten Zielen in der fränkischen Umgebung. Hinzu kamen einige selbst organisierte Tagestouren, die weiteste in den doch schon deutlich entfernten Landkreis Ansbach.

Fachwerkhaus im Heimatort Dechsendorf

Fachwerkhaus im Heimatort Dechsendorf

Meine Begeisterung für die Nutzung des Fahrrads als Sportgerät ist durch die Stadtradelaktion noch gesteigert worden. So wird auch in den kommenden Wochen und Monaten intensiv weitergeradelt . . . dann kann die Waage bestätigen, dass es auch dem Körper gut tut.

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Zwangspause

Merkwürdig ist das schon. Vor dem Stadtradelstart habe ich meinen Drahtesel extra fit machen lassen. Jetzt, kurz vor dem Wochenende, streikte das Velo dann doch. Nein, es waren nicht die Bremsen, die Kette oder die Schaltung, die sich dienstuntauglich gemeldet haben. Der Fahrradständer lässt sich nicht mehr in die Waagrechte klappen und springt stattdessen immer wieder zurück. Jedenfalls beträgt die Anzahl meiner gefahrenen Kilometer an diesem Wochenende daher erschreckende null. Also Anruf am Montagmorgen in der Fahrradwerkstatt. Und es ist genauso wie Montags in den Arztpraxen. Ich lande mehrmals in der Warteschleife: „Bitte versuchen Sie später noch einmal.“ Solange gilt zumindest für mich: Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt.

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Steife Brise . . . nicht verdrießen

In unserer fränkischen Heimat schauen wir bei der Betrachtung der Wettervorhersage auf die Symbole „Sonne – Wolken – Regen“. Da sind in Woche 2 nur die beiden ersten wirklich eingetroffen, auch wenn manchmal Regentropfen auch gezeigt wurden. Gutes Radelwetter also! Was dann doch die Kondition ganz schön herausgefordert hat, war die oftmals steife Brise. Deshalb schlage ich vor, ein Windsymbol auch in unseren Breiten einzuführen! Und wenn der Gegenwind bevorzugt am späten Nachmittag auftritt – dann, wenn man auf dem Heimweg von einer Tour ist – kann es schon mühsam werden.

Iniyan und Georg bei der Mittagsrast

Iniyan und Georg bei der Mittagsrast

Alle anstehenden Termine und Erledigungen konnten wieder problemlos mit dem Fahrrad vorgenommen werden. Auch einige Tagestouren in die Umgebung. Besonders angenehme Stunden ergaben sich dabei durch die Bekanntschaft mit Iniyan, einem indischen Studenten, auf einer ausgeschriebenen „Sonntagstour zur Kirschenblüte“.

Schloß Neunhof bei Nürnberg

Schloß Neunhof bei Nürnberg

Ein sehr aufgeschlossener junger Mann, der seit einem halben Jahr in Deutschland ist und an seiner neuen Umgebung großes Interesse zeigt. Auch an der fränkischen Küche. Und da steht an erster Stelle „Schäuferle mit Kartoffelklößen“. Mutig hat er sich das Fränkische Nationalgericht bestellt und sich daran auch satt gegessen – geschafft hat er nicht alles. Aber die Bedienung war freundlich und hat unserem asiatischen Freund Alufolien zum Einpacken gebracht. Wie ihm die schwere Kost bekommen ist, habe ich noch nicht erfahren. Aber es stehen noch viele Sonntagstouren an, und wir werden bestimmt wieder gemeinsam Radeln.

Nun geht’s in die Endspurtwoche und wenn der Wettergott gewogen bleibt, dann gibt es diesmal wieder einen respektablen Beitrag zum Gesamtergebnis.

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Von Packeseln und schrumpfenden Städten

Mein Rad ist zum wahren Packesel geworden – doch mein Gepäckträger bleibt stabil. Er schafft locker den Riesensack Katzenstreu oder den Kasten Mineralwasser. Und vorne dran baumelt der prall gefüllte Einkaufskorb: Eine gute Übung in der Kunst, das Gleichgewicht zu halten.

Fasziniert bin ich vom „Fahrradcomputer“. Unbestechlich zeigt er mit jeden gefahrenen Meter – zum Kilometer fressenden Superbiker werde ich in diesem Leben aber wohl nicht mehr. Aber ich tue mein Bestes und trete wann immer ich kann in die Pedale. Der kleine „Rundenzähler“ sorgt allerdings dafür, dass ich Entfernungen jetzt besser einschätzen kann. Erschien mir vorher, beim Autofahren, eine Strecke nervig endlos – zu viele Rotphasen an den Ampeln? –, schrumpft jetzt die Distanz zum Bäcker auf gerademal 800 Meter. Schweißtreibende Überanstrengung sieht anders aus. Ich bin auf dem besten Weg, die Stadt neu zu vermessen und werde das Gefühl nicht los, dass mit jedem geradelten Meter die Räume kleiner werden…

Und mein Auto? Das ist mittlerweile mit einem schmutzig-gelbem Gemisch aus Blütenpollen und feinstem Saharastaub überzogen. Ach ja: Seit ich stadtradle, lebe ich knöllchen-frei.

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Früh morgens bleibt nur das Fahrrad für den Start in Richtung Uppsala

Heute Morgen hatte ich zugegebener Maßen etwas weniger Spaß beim Stadtradler-Star-Dasein. Um 04:15 Uhr aufstehen, um mit Fahrrad und Koffer (von daheim fährt um die Zeit noch kein Bus) vorsichtig zum Bahnhof zu kommen, von dort dann mit dem 30er Bus zum Wegfeld und dort mit dem 31er zum Flughafen. Normal 15 min mit dem Taxi, heute 1 Stunde und angesichts der frühen Uhrzeit wenig erquicklich. Auch das gehört dazu.

PS.: Wenn jemand meint, ich hätte statt Flugzeug lieber öffentliche Verkehrsmittel nehmen sollen, der kann mir ja ne schnelle Zugverbindung nach Stockholm/Uppsala raussuchen 🙂

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Stadtradeln und Bahnstreik – wie passt das zusammen?

Angesichts der Bahn-Streiks war die letzte Woche, gerade auf Langstrecken, alles andere als einfach. Die gute Nachricht Nachricht vorweg: mein Ziel, nicht nur auf ein eigenes Auto, sondern auch auf Taxi und Mietwagen komplett zu verzichten, hat bisher trotzdem geklappt. Allerdings ging es diese Woche auf den Strecken nach Heidelberg/Mannheim, München und Kloster Banz bei Bad Staffelstein doch nicht ohne Mitfahrgelegenheit. Immerhin: die ersten Teilstrecken hab ich immer mit dem Rad oder dem ÖPNV hingekriegt, so dass niemand nen Umweg fahren musste um mich abzuholen. Einige (vor allem RE) Züge waren dann zudem ja doch planmäßig verfügbar. Leider musste ich dabei nach der Rückkehr am Bahnhof auch einmal mein Fahrrad mit dem Bus wieder aus dem Uni Südgelände holen. Das kostet natürlich extra Zeit. Insgesamt hab ich in der ersten Woche so aber immerhin schon gut 100 Radkilometer auf Erlanger Stadtgebiet hinbekommen. Nicht nur gut fürs Klima, sondern auch für Laune und Gesundheit 🙂

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Auftakt nach Maß mit Frühlingserwachen

Stadtradeln in Erlangen diesmal gleichzeitig mit dem Beginn der bundesweiten Aktion am 1. Mai. Die Bedenken, ob zu dem frühen Zeitpunkt im Jahr die Kondition schon ausreicht, das Sitzfleisch längere Strecken heil übersteht, … sind schnell beseitigt.

60 Liter Rindenmulch . . . kein Problem

60 Liter Rindenmulch . . . kein Problem

Am Folgetag dann schon eine größere Herausforderung. Es galt Rindenmulch im sperrigen 60-Liter-Sack vom 7 km entfernten Baumarkt zu transportieren – nix mit Auto! Also quer über den Gepäckkorb gelegt, verzurrt, vorsichtig auf Nebenwegen gefahren und . . . alles klappt bestens.

Die erste Aktionswoche war geprägt von ausreichend gutem Radelwetter, oft mit wenig verheißungsvollen Wetterprognosen gestartet, aber in der Realität dann fast immer trocken und mit gut verträglichen Temperaturen. Und so hat es neben den üblichen Fahrten für Erledigungen und zu Terminen auch drei ganztägige Radtouren zu Sehenswürdigkeiten in die Umgebung gegeben: In den Rangau, die Fränkische Schweiz und in den Süden von Nürnberg.

Die Cadolzburg im Rangau

Die Cadolzburg im Rangau

Schöne Erlebnisse in der herrlichen Maienluft, wenn alles rundum grünt und blüht! So kann’s weitergehen.

 

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Stadtra(d/t)ler legen los

Es geht los. Das Stadtradeln. Das Rad ist fit, habe es ja erst im September letzten Jahres in Einzelkomponenten gekauft und zusammengebaut. Trotzdem hat es inzwischen schon wieder fast 1500km drauf, das meiste davon aus dem Alltagsradeln. Aufgrund des Carbon Drive Riemenantriebs statt der alten rostigen Kette spielt das Wetter keine Rolle und dreckige Hosenbeine gibts auch nicht mehr. Genau richtig für ein regnerisches Wetter wie heute.

Damit die Stadtradler-Kilometer auch zweifelsfrei gemessen werden können gibts neben dem alten Tacho nun sogar einen neuen Stadtradler-Kilometerzähler. Dank Funktechnologie konnte der sogar in Windeseile kabellos installiert werden. Mal sehen, wie zuverlässig er funktioniert…

Schön, dass in Erlangen heuer sogar zwei schwarze Stadtradler-Stars dabei sind – mit Georg Gebhard ein ehemaliger Stadtrat (1996 – 2008) und mit mir ein amtierender Stadtrat der Erlanger CSU-Fraktion. Bei insgesamt fünfen gar keine so schlechte Quote. Aber auch der Rest der Radlertruppe mit Ilona Hörath, Susanne Lender-Cassens und Leonard Fraunberger ist sehr sympathisch – und so legen wir nun für die nächsten drei Wochen im Schicksal vereint los 🙂

 

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