Stadtradeln Beginn

Ich habe mich als Stadtradler eintragen lassen, weil ich neben der sportlichen Herausforderung schwimmen, laufen u. a. das Radfahren als eine weitere sportliche Möglichkeit sehe, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Die Aktion „7 Wochen ohne“ ist eine evangelische Initiative zur Fastenzeit, wo bewusst 7 Wochen auf etwas verzichtet wird wie z. B. Alkohol, Süßigkeiten usw..

Mit dem Verzicht auf den Einsatz eines PKW´s sehe ich diese Parallele in einem ökologischen Fasten, bewusst, 3 Wochen lang per Rad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu seinem Ziel zu kommen.

Mit dieser Aktion möchte ich die Ziele zum Erhalt und zur Förderung des sanften Tourismus grüner Politik stärker in den Focus der Öffentlichkeit stellen und Menschen motivieren sich aktiv zu beteiligen. Mobilität muss heute nicht ausschließlich aus motorisierten lärmgefahrenen- abgas- und staubproduzierenden Individualverkehr bestehen, sondern dass auch andere Bewegungsmittel (Fahrrad, Park + Ride, ÖPVN) gefördert und ausgebaut werden sollen.

Ich bin auf die dreiwöchigen Erfahrungen als „nur“ Radfahrer sehr gespannt und hoffe, viele Nachahmer zu animieren sich bewusst zu Fuß, mit dem Rad, mit öffentlichen Verkehrsmitten oder auch in Fahrgemeinschaften zu organisieren. Neben Fitness, Wohlbefinden und Stressabbau schlägt natürlich auch der bescheidene Anteil an der Reduzierung des CO 2 Ausstoßes in dieser Zeit als ein wichtiges Ergebnis zu Buche. Ich hoffe, mit meiner Teilnahme (und unseren Erfahrungen) auch die Diskussionen und Umsetzungen anzukurbeln ein gutes und sicheres Radwegenetz, sowohl für Kinder und Senioren, Berufspendler als auch für Freizeit und Tourismus als Zukunftsprojekt voranzutreiben.

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Drei Wochen ohne Auto – Fazit nach der ersten Woche

Drei Wochen ohne Auto – Fazit nach der ersten Woche

Nach der ersten Woche Stadtradeln möchte ich gerne eine positive Bilanz ziehen. Gleichwohl sich für mich persönlich eigentlich nichts verändert hat, da ich ohnehin stets nur Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel benutze, ist es dennoch angenehm positiv zu spüren, dass generell mehr Radfahrer in und um Birkenau sichtbar sind. Vermutlich trägt auch die derzeitige Grossbaustelle am Ortseingang von Birkenau dazu bei, die den Autoverkehr verhindert und das Radfahren für viele zur interessanten Alternative werden lässt. Von vielen Radfahrern ist zu hören, dass es doch interessant wäre, die Birkenauer Talstraße dauerhaft für den PKW Verkehr zu sperren um somit der gesunden und sanften Mobilität eine langfristige Perspektive zu geben.

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Abschluss-Statement

Drei Wochen ohne Auto. Eine nette Aktion um Bewegung und Gesundheitsbewusstsein zu fördern. Gesunde Mobilität und Freude am Radsport erlebten einen verdienten Aufschwung. Die angestrebten Ziele zum Klimaschutz sind hingegen natürlich nicht erreichbar, sofern keine dauerhaften Verhaltensänderungen erfolgen. Dies erfordert weitergehende begleitende Reformen. Einerseits wäre ein zuverlässiges öffentliches Verkehrssystem hilfreich. Wer in diesen drei Wochen erstmals vom Auto auf Bahn und Bus umstieg, musste wohl bald erkennen, dass das generell wenig zuverlässige Bahnsystem vollends zusammenbricht, sobald es irgendwo in Deutschland wärmer als 30° wird. (Noch katastrophaler ist die Situation, wenn es irgendwo in Deutschland schneit, aber das konnte man in diesen drei Wochen ja nicht testen.) Statt eines fortwährenden Ausbaus der Autobahnen wären Investitionen in das Bahn- und Schienensystem erforderlich.

Aber es sind auch Anreizänderungen auf der Nachfrageseite erforderlich, um dauerhafte Verhaltensänderungen zur Mobilität zu erzielen. Ohne Verteuerung der Energienutzung wird es zu keinem Rückgang der CO2 Emissionen kommen. Eine Steuerreform die z.B. die Mehrwertsteuer halbiert oder abschafft und die Einkommenssteuer für Gering- und Normalverdiener weitestgehend abschafft und dafür Energienutzung sehr deutlich besteuert wäre z.B. ein erster Schritt. Eine große Koalition in Berlin könnte Weichen stellen, aber übt sich bislang weiter gerne in Unfähigkeit und Untätigkeit. Aktionen wie das Stadtradeln sind eine nette Idee, sollten aber nicht von der Notwendigkeit ernsthafter Reformen ablenken.

Professor Dr. Markus Frölich

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Drei Wochen ohne Auto – Fazit nach der zweite Woche

Die anfängliche Begeisterung für das Radfahren ist geblieben und eine generell positive Stimmung ist in der Bevölkerung spürbar. Gleichzeitig ist allerdings auch der Frust über den schlechten öffentlichen Verkehr erkennbar. Gerade die Deutsche Bahn ist bei Temperaturen über 30 Grad hoffnungslos überfordert. Kaum ein Zug ist pünktlich, Züge fallen aus und der Unmut an den Hauptbahnhöfen in Heidelberg, Mannheim, Darmstadt und Frankfurt ist unübersehbar. Da wundert man sich dann schon, wieso allerseits unbegrenzte Geldströme in den (oftmals sinnlosen) Straßenbau fließen, während der öffentliche Verkehr und dessen Infrastruktur überall kränkeln. Die Aktion Stadtradeln ist eine gute Idee, aber wenn ein dauerhaftes Umdenken zu weniger PKW Verkehr erzielt werden soll, so wäre auch ein zuverlässigerer und ausgebauterer öffentlicher Verkehr notwendig.

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Drei Wochen nur auf dem Rad: Die Aktion in der Nachbetrachtung

Als Rad fahrende Vertreterin der FWV-Fraktion in der Birkenauer Gemeindevertretung ist mir durch die Teilnahme am Stadtradeln einmal mehr bewusst geworden, dass wir in unserer Kommune dringend Handlungsbedarf beim Ausbau eines Radwegenetzes haben. In anderen Gemeinden werden mit einfachen Mitteln die Radfahrer geschützt, wenn beispielsweise Fußwege zwischen den Ortsteilen auch als Radwege mitgenutzt und Fahrradwege auf den Fahrbahnen aufgezeichnet werden. Dies fehlt uns in der Anbindung der Ortsteile an den Kernort. Wie schön wäre es, wenn Schulkinder auf sicheren Radwegen aus Löhrbach oder Mumbach zum Nachmittagstraining mit dem Rad fahren könnten, ohne das „Taxi Mama“ immer zu benötigen. Im heutigen Verkehr auf den Straßen ist dies kaum zumutbar und nicht zu vertreten. Es gibt kaum Rücksichtnahme und kein Bewusstsein der Autofahrer auf diese Verkehrsteilnehmer. Das sollte sich möglichst bald ändern und das Thema in unserer Kommune Eingang in ein Verkehrskonzept finden. Es bietet sich der Ausbau von Wegen entlang der Bachläufe an. Das Parken auf Fußwegen und am Straßenrad gehört an den Stellen abgeschafft, wo Radwege eingezeichnet werden müssten.
Die Stadtradelaktion hat dazu ein Forum eingerichtet, das Anregungen aus den Gemeinden auf nimmt. Ich hoffe, es wurde auch genutzt und an die entscheidenden Stellen weitervermittelt. Die Kommunen müssen zur Umsetzung dieser Konzepte auch finanziell ausgestattet und vom Kreis unterstützt werden. So stelle ich mir einmal im Jahr einen autofreien Sonntag im Weschnitztal vor, der die jetzigen Erfahrungen mit der Sperrung der Talstraße zwischen Weinheim und Birkenau positiv in den Fokus rückt:
Unser Weschnitztal lohnt sich radelnd und gefahrlos für Jung und Alt zu erkunden. Vielleicht nutzen dann von den rund 70 Mandats-und Amtsträgern in der Gesamtgemeinde nicht nur fünf die Gelegenheit, aktive zu werden.
Sabine Neumann, GV Birkenau

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Der Tag danach

Ich bin heute Auto gefahren, ich kann es noch, aber es war schon ein komisches Gefühl. Irgendwie bin ich erleichtert, aber auch ein wenig traurig. Es war für mich persönlich ein Abenteuer und eine Herrausforderung.

Allgemein habe den Eindruck, dass in und um Birkenau während dieser Zeit deutlich mehr Menschen Radfahren-allein das ist ein Erfolg! Es war von der Seite der Gemeinde Birkenau zudem ein optimaler Zeitpunkt beim „Stadtradeln“ teilzunehmen, ist doch eine Vollsperrung entlang der Hauptverkehrsachse vorhanden. Ich nutze ohnehin oft das Rad für kürzere und etwas längere Wege, habe aber für mich durch das „Stadtradeln“ richtig Ehrgeiz entwickelt, ich werde weiterhin radeln so viel wie in meinen Altag passt!

 

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Stadtradeln am 1. Juli gehts los

STADTRADELN-STAR 2014 in Birkenau
Ich bin ein Stadtradler-Star der Gemeinde Birkenau und bin Verwaltungsmitarbeiterin. Ich empfinde diese drei Wochen als eine spannende Herausforderung, wobei für mich momentan das Spannendste ist: „Hoffentlich regnet es nicht!“
Ich werde zur Arbeit radeln, das ist für mich keine große Herausforderung, da meine Strecke nur 1,4 km beträgt, also lediglich 5,6 km pro Arbeitstag. Ich habe mir allerdings vorgenommen regelmäßig einen Umweg zu fahren. Ich habe mir auch eine Kilometerleistung vorgenommen, die ich aber an dieser Stelle vorsichtshalber noch nicht verrate.
Alles in allem finde ich diese Aktion richtig gut, da wir doch alle viel zu bequem sind und für jede Strecke das Auto benutzen. Der Umweltaspekt ist mir dabei sehr wichtig, aber ebenso wichtig ist für mich der sportliche und gesundheitliche Aspekt.
Ich fahre gern Fahrrad und liebe es in angenehmer Geschwindigkeit die Natur wahrzunehmen, dies praktiziere ich allerdings hauptsächlich im Urlaub. Wie schön ist es auf Mallorca die herrliche Landschaft und die atemberaubenden Ausblicke beim Radeln zu genießen, das erlebe ich jedes Jahr an Ostern. Jetzt werden ich ganz bewusst den Odenwald erkunden und seine Ausblicke genießen. Und auf diese Weise viele Kilometer für mich und meine Gemeinde sammeln.
Ich freue mich drauf, am 1. Juli geht es los!

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Auf Kurzstrecken eine wirkliche Alternative

3 Wochen ohne ein Auto zu fahren, das ist bei leichter Umstellung in meinem Alltag zum Glück möglich und wirklich machbar. Nachdem meine 1. Woche mit großer Motivation, gutem Wetter und unterstützenden Mitradlern mit rund 120 Kilometern begann, verlangte die Regenwoche schon mehr Überwindung bzw. Vermeidung von Unternehmungen. Es kamen auch nur popelige 60 Kilometer bei mir zusammen. Jetzt läuft die dritte Woche und es macht wieder mehr Spaß; auch bei Hitze von rund 32 Grad! Der Fahrtwind macht`s möglich.
Mein Fazit: es kommen doch eine Menge Kilometer im Alltag an Kurzstrecken zusammen, ohne dass ausgesprochene Radtouren dabei waren. Bei mir werden es rund 280 km in den 3 Wochen sein. Das hätte ich nicht gedacht. Erleichtert hat die Entscheidung für das Rad natürlich die Sperrung der Talstraße in Birkenau, da ich häufig die Strecke nach Weinheim fahre. Das ist momentan wirklich Genuss pur: kaum ein Auto, die Weschnitz plätschert bzw. rauscht bergab, die Fischreiher wundern sich ebenfalls über diese Idylle und ich bin nicht länger unterwegs als mit dem Auto. Negativ ist die mangelnde Wahrnehmung der Autofahrer in und um unsere Kommune. Da wird man im „Nadelöhr“ Obergasse weggehupt, man rechnet im Zentrum nicht mit radfahrendem Gegenverkehr und schneidet die Kurven. Hier lässt sich noch Einiges verbessern. Warum nicht eine deutliche Markierung auf die Fahrbahn malen, um auf diese Verkehrsgruppe aufmerksam zu machen? Schließlich müssen wir in den Ortschaften aus Platzmangel ohne Radwege auskommen. Aber in den vergangenen Wochen ist der Anteil der radfahrenden Bevölkerung ja erfreulicherweise deutlich gestiegen. Gemeinsam können wir vielleicht doch etwas erreichen. Rund 22.000 Kilometer von allen Teilnehmern finde ich nicht nur beachtlich, das fordert doch eine größere fahrradfreundliche Beachtung und Umsetzung im Verkehr heraus. So stelle ich mir eine gelungene Umsetzung der Kampagne vor.

Sabine Neumann, Gemeindevertreterin, FWV, Birkenau

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Bilanz einer Stadtradlerin

Die drei Wochen als „Stadtradelstar“ sind morgen vorbei. Wenn das Sommertief nicht allzu arg zu schlägt, werde ich im kommunalen Umkreis, wie auch schon zuvor, weiter meine Runden mit dem Rad drehen. Die Familie freut sich, sind endlich wieder Wasserkisten aufgefüllt und das Leergut aus dem Keller verschwunden.
Aus sportlicher und gesundheitlicher Sicht war die Zeit erfolgreich; Ausdauerbelastung tut mir für den gesamten Bewegungsapparat und dem Herzkreislaufsystem gut. Bei langen Strecken muss ich feststellen, das meine HWS nicht so begeistert ist: mir schlafen schnell die Hände ein. Da muss ich wohl an der Radhaltung und Radeinstellung etwas ändern. Bin im Odenwald halt mit dem Mountainbike unterwegs und nicht mit einem Tourenrad! Aber, ich blieb unfallfrei und hatte keinen Platten!
Meine weitere Radbilanz zeigte mir bei 250 Kilometern eine Spriteinsparung von 37 € und 36kg CO2-Vermeidung. Da ich überwiegend mit unserem Bus unterwegs bin, der ein CO2-Verbrauch von 200g/km hat, klingt das nicht wenig. Frage ich mich nur, wie viel CO2 habe ich beim Radfahren ausgeatmet? Sind die 3.300kg CO2, die die Gesamtgemeinde Birkenau durch das Erradeln von rund 23.000km eingespart hat, nicht mit Flügen in die Feriengebiete um ein Vielfaches wieder herausgeblasen? Hier wird die Kampagne ideologisch und unehrlich.
Ein kompletter Verzicht auf das Auto ist für mich nicht möglich, für meine Familie erst Recht nicht, da das Nahverkehrsnetz in der Metropolregion Rhein-Main und im Weschnitztal im Besonderen auch keine passende Alternative ist.
Für mich bleibt die Erfahrung, die Fahrradverkehrssituation ist hier im Odenwald, besonders in und um Birkenau, durch mangelnde Radwege und fehlende Beschilderung von attraktiven Zielen weiterhin problematisch. Kommt man in den Ried hinaus, ist das Radwegenetz gut ausgebaut und ausgeschildert. Für Foto- und Naturliebhaber gibt es vom Rad aus immer Etwas zu entdecken und die weiteren radfahrenden Verkehrsteilnehmer sind mir sehr freundlich begegnet.
Ich bedanke mich bei meinem Radelteam , den FWV-Bikern. Wir haben mit 13 Personen 2.200km in den 3 Wochen geschafft! Das ist eine beachtliche Strecke. Das Wichtigste: in dieser Zeit waren in Birkenau wirklich viele Radfahrer unterwegs, die das Verkehrsbild positiv geprägt haben. Ich hoffe, das ist nicht nur der momentanen Verkehrssituation geschuldet.
Sabine Neumann, Gemeindevertreterin, FWV Birkenau

 

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Bericht zur Radel Aktion 2014

Die Stadtradel Aktion ist auf Initiative zum Schutz des Weltklimas ins Leben gerufen worden.
Die große Resonanz in den Städten- Gemeinden- und Landkreisen zeigt, dass sich Bürgerinnen- und Bürger, Vereine, Institutionen etc. für diese Ziele begeistern lassen.
Ziele: u.a. Vermeidung CO 2 Ausstoßes, Radverkehrsplanung, Verbesserung der Verkehrssituation, Nutzung- Förderung öffentlicher Verkehrsmittel usw. und diese wurden von den Mitstreitern mit einem enormen, persönlichen (Muskelkraft) Einsatz umgesetzt.
Der Erfolg zeigt sich u. a. auch, dass sich während der Aktion weitere Radlerinnen- und Radler den Teams angeschlossen haben.
Als Stadtradler Star habe ich viele positive Impulse bekommen und bin froh, mich dieser Aufgabe gestellt zu haben. Bedenken möchte ich allerdings auch, dass es berufliche, familiäre und körperliche Situationen gibt die diese „Ausschließlichkeit“ in Frage stellen.
Es spielt sicherlich auch eine Rolle ob ich als Radfahrer im ländlichen Bereich mangels Fahrradwegen von einem Giga Liner in Gefahr gebracht werde, oder ob ich auf ein ausgebautes Fahrradwegenetz zurückgreifen kann.
Ich hoffe, auch weiterhin die positiven Aspekte mit in den Alltag zu integrieren und die Mobilität nicht nur vom PKW abhängig zu machen.
Ob diese bundesweite Aktion einen Niederschlag in den politischen Gremien findet bleibt abzuwarten, jedoch sollten diese Ergebnisse nicht im Archiv verschwinden sondern bei der Realisierung der Verkehrspolitischen Planung als Gradmesser zur Verfügung stehen und genutzt werden.
Bei meiner persönlichen Reduzierung des CO 2 Ausstoßes bleibt für mich als aktiver Radfahrer die kritische Bemerkung, wie viel CO 2 ich im Straßenverkehr eingeatmet habe?

Wolfgang Grün – 1. Beigeordneter Gemeinde Birkenau

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