Über Albert Hölzle

STADTRADEL-STAR 2013 in Essen
Kapitän des Teams Universität Duisburg-Essen 2013
Mitbegründer von VeloCityRuhr.net

carfree = carefree

Ich bin mit mehreren Beiträgen eifrig ins Stadtradler-Star-Dasein gestartet. Danach flaute mein Schreibverhalten aber wieder ab. In der Zwischenzeit war ich jedoch fast täglich auf dem Rad. Fast täglich? Als Star?

Nun, ich habe in den drei Wochen kein Auto von innen gesehen. Ich bin jedoch an vier Tagen gar kein Rad gefahren – das waren die drei Sonntage und der vergangene Donnerstag. Die Sonntage sind schnell erklärt. Da arbeite ich nicht und die Läden sind auch zu – und die Frühstücksbrötchen hole ich zu Fuß. Und unter der Woche? Nein – da hatte ich keinen Urlaub, und ich war auch nicht krank. Ich habe mich einfach, als ich die Wohnungstür hinter mir zuzog, dazu entschlossen, nicht das Fahrrad aus dem Keller zu holen, sondern zu Fuß zum Bahnhof zu laufen – nicht zum weit entfernten Hauptbahnhof, aber auch nicht zur nahe gelegenen Stadtbahn oder S-Bahn, sondern zum zwei Kilometer entfernten Dorfbahnhof. Auch in Essen bin ich dann nicht in die Stadtbahn gestiegen, sondern direkt zur Uni gelaufen. Ich muss allerdings gestehen, dass mir das Fahrrad schon etwas gefehlt hat. Dennoch werde ich diese neue Angewohnheit beibehalten.

Was gibt es sonst zu berichten? Ich habe in den vergangenen Wochen habe ich den Verkehr, also die Autofahrer und die Fußgänger, aber auch andere Radfahrer, genauer beobachtet als sonst. Eigentlich hätte ich alle 5 Minuten anhalten können und einen Regelverstoß notieren können.

  • Da waren z.B. zahlreiche Radfahrer, die auf der falschen Straßenseite radelten – weil es in der Tat höchst unlogisch wäre, zweimal eine vier- bis sechsspurige Straße zu überqueren.
  • Fußgänger betrachten benutzungspflichte wie nicht-benutzungspflichtige Radwege, die auf gleichem Niveau wie die Fußwege liegen, oftmals einfach auch als Fußwege.
  • Es gab auch den Autofahrer, der die linksabbiegende Radlerin vor sich zwar sah und auch vor seiner Blechbüchse – ja, ich liebe Autos, und ich habe Freude am Fahren und Vorsprung durch Technik, aber es sind und bleiben nun mal Blechbüchsen – einfädeln ließ, dann aber wie wild hupte, weil es ihm offensichtlich nicht zu schnell ging.
  • In Essen war ich auf einer Seitenstraße zunächst freudig überrascht worden, als ich vor der Ampel eine Kontaktschleife für Radler entdeckte, um nach dieser Kreuzung auch schon wieder enttäuscht zu werden, als ich sah, wie eine Tagesmutter mit den ihnen anvertrauten Kindern den Pflichtfußweg verlassen musste, weil auf diesem ein Poller aufgestellt war (vermutlich um Autos am Wildparken zu hindern).
  • Immer wieder sieht man natürlich Kavaliere, die in Formel 1-Manier ihre Räder durchdrehen lassen, mit Vollgas auf die nächste Ampel zusteuern, um von dieser wieder ausgebremst zu werden, bevor das Spiel sich wiederholt. Auf dem Dortmunder Wall oder dem Hellweg in Richtung Unna ist die Ampeldichte so hoch, dass man das Schauspiel als Radfahrer über Kilometer hinweg verfolgen kann, den vorgenannten Blechbüchsenfahrer damit auch noch zur Weißglut treibt …
  • In den Online-Diskussionen dominieren nach wie vor die Themen Helmpflicht (durch die Hintertür) und Rechtsabbiegeunfälle.
  • Am vergangenen Samstag (also nach dem offiziellen Stadtradeln-Ende), hatte ich zwei nette Fahrer, die vorbildlich jeweils den Radfahrstreifen frei hielten, um – ja, Ihr könnt es erraten – gleich wieder enttäuscht zu werden.

Wie bereits erwähnt, könnte ich diese Aufzählung beliebig fortsetzen. Zwar habe ich Vertrauen, dass die o.g. Fälle immer seltener werden, je mehr Radler auf den Straßen unterwegs sein werden. Aber ich will mich künftig in meiner Arbeit als Fahrradaktivist nur für die Sachen einsetzen, die mir und allen Mitstreitern auch Spaß machen … und das sind die VeloCityRuhr-Projekte. Während des Stadtradelns in Essen gab es deren zwei – und diese sind auch meine persönlichen Stadtradeln-Highlights, und sicher auch die der Mitradler:

Die drei Wochen Stadtradeln habe ich problemlos autofrei überlebt. Und dank unseres Lastenradprojekts Cargo.VeloCityRuhr.net  (läuft gerade an, daher regelmäßig reingucken) werde ich auch in Zukunft carfree und carefree leben.

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Heute mal mit Lastenrad Roter Panther

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Da ich heute Nachmittag mit der Initiative für Nachhaltigkeit an der Ehrenamtmesse Essen teilnehmen werde und im Zuge dessen einiges zu transportieren habe, habe ich mir gerade den Roten Panther ausgeliehen. Weitere Bilder gibbet unter: http://followgram.me/tag/RoterPanther.

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Die Fragen zum Wochenanfang

[Tag 3/21]

Gestern morgen auf dem Weg zum Bäcker ist mir aufgefallen, was man, wenn man nicht darüber reflektiert, eben auch einfach so hinnimmt. Ich wohne in Dortmund-Brackel, einer Wohnsiedlung mit ein paar Geschäften im Kern und hervorragender Verkehrsanbindung – für Straßen- wie für Schienenfahrzeuge. Eine der vier Fahrspuren auf dem Hellweg war aufgrund einer Baustelle für den Verkehr blockiert. Aber das ist niemandem aufgefallen – außer vielleicht jenen, die deswegen die Spur wechseln mussten. Aber es hat niemanden gestört. Warum also, frage ich mich, brauchen wir innerorts vierspurige Autostraßen, wenn es zwei Kilometer nördlich wie südlich Autobahn-gleiche Straßen gibt?

Wenn ich auf diesem vierspurigen Hellweg in bzw. von Richtung Stadtmitte unterwegs bin, erlebe ich immer wieder das gleiche: Autofahrer geben, sobald die Ampel auf Grün schaltet, Gas, um von der der nächsten Anlage durch Rot wieder gestoppt zu werden. Das sind nicht nur Ampeln an Kreuzungen, sondern auch an Haltestellen der Stadtbahn. Wenn man jetzt mal von der mitternächtlichen grünen Welle absieht, sind alle rollenden Verkehrsteilnehmer – ob auf dem Rad (hier meine ich jene, die zügig zwischen den Orten unterwegs sind), im Auto oder in der Tram – gleich schnell unterwegs. Es mag auch mal vorkommen, dass man mit dem Auto schneller ist – aber was macht man dann mit den gewonnen 20 Sekunden – außer sie tröpfchenweise bei der Parkplatzsuche wieder zu verdampfen. 20 Sekunden hin oder her: Warum muss man dazu immer wieder aufs Neue das Beschleunigen und Abbremsen üben?

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Sonntag – Zeit für Gedanken

[Tag 2/21]

In Bezug auf Stadtradeln gibt es für den Sonntag nichts zu vermelden, da wir nur zu Fuß spazieren waren.
Vielleicht aber doch ein paar Worte dazu: ich bin ja immerhin schon drei Jahre in Sachen Fahrradaktivismus unterwegs. Da bekommt man einiges an einseitigen Diskussionen mit (auch aus der Radfahrer-Fraktion). Wir sollten alle ab und an mal die Perspektive wechseln, so dass wir uns nicht zu sehr auf die Themen versteifen, die jeweils im Allgemeinen im Fokus stehen. Dieser Ratschlag soll nicht nur für die Mobilität, sondern für alle Aspekte des Lebens Geltung finden.

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Eröffnung in Essen, der OB auf dem Rad, die entsprechende Berichterstattung – und: mein Senf dazu

[Tag 1/21]

Da fährt mal also einmal mit dem Oberbürgermeister Rad und schon ist man in der Zeitung. Und da ich dabei war und da über mich geschrieben wurde, kann ich auch gleich zwei Dinge korrigieren.

Stadtradeln im Essener Stadtwald OB Reinhard Paß ist gar nicht bis zum Baldeneysee mit- oder gar zurückgefahren, sondern hat sich auf Höhe des Stadtwaldes verabschiedet (- sehr freundlich und mit der Aussicht, dass er bald mehr in die Pedale treten wolle). (Wenn ich es richtig verstanden habe, schreibt er seine Kilometer für Stadtradeln nicht auf. Ich lasse mich aber sehr gerne eines besseren belehren.) Das kann WAZ-Reporter Sascha Bolder ja auch gar nicht wissen, schließlich ist er gar nicht mitgeradelt. Ist auch gar nicht schlimm, wahrscheinlich musste er zum nächsten Termin oder zurück an den Schreibtisch. Und bevor mir jemand Haarspalterei vorwirft. Ja, mag sein. Ich denke jedoch, dass es besser ist, die Dinge beim Namen zu nennen. Nachdem Reinhard Paß im September 2011 die „Versuchszone Elektromobilität im Alltageröffnete, habe ich ihm auch ein paar Fragen gestellt. Zum Thema Radfahren antwortete er ganz offen, dass er nur ein paar Meter für die Kameras radele. Am vergangenen Samstag waren es auch ohne Kameras einige Kilometer. Vermutlich fährt er auch zu anderen Gelegenheiten Rad und womöglich sogar noch ein paar Kilometer mehr. Ich sehe das persönliche (Velo)mobilitätsverhalten des OB ebenso wie das aller Essener und aller Stadtradler (egal, ob sie an dieser gleichnamigen Aktion teilnehmen oder nicht) als einen Prozess. Mich eingeschlossen: in meinem ersten Beitrag in diesem Blog habe meine eigene Mobilitätsbiographie grob skizziert. Und ich denke, das ist in Bezug auf eine gesunde nachhaltige Entwicklung gut so.

Ach ja, und dann stand da noch, dass ich mit dem Rad zum Sport fahren würde. Lieber fahre ich ein paar Umwege und höhere Geschwindigkeiten auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause.

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Getrödelt …

[Tag 1/21]

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Da hab ich zuhause zu lange getrödelt, so dass ich den Regionalexpress höchstens noch mit nem Pedelec hätte erreichen können. Also bin ich in die nächste S-Bahn gestiegen und werde nahezu pünktlich ankommen (ich gehe stark davon aus, dass die akademische Viertelstunde von bzw. wegen Pendlern eingeführt wurde). Außerdem habe ich direkt die WordPress-App installiert. Um zu sehen, welche Zugverbindung die beste ist, nutze ich die App Pendel Panda. Merken sollte man sich außerdem http://efa.vrr.de/.

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RWE und RWE-OB

[Tag 1/21]

heute Vormittag um 11:30 Uhr ist die 1. Mannschaft von Rot-Weiss Essen e.V. aufs Rad gestiegen. so wurde es jedenfalls angekündigt. bis dato habe ich noch keine entsprechenden Meldungen, Fotos oder Videos. aber vielleicht radeln sie ja noch alle.

ich selbst war heute Vormittag mit dem Rad beim Bäcker. und jetzt mache ich mich  gleich mit dem Rad auf den Weg zum Dortmunder Hauptbahnhof. dann geht’s mit der Bahn weiter nach Essen. mit dem Rad dann weiter zum Kennedyplatz, wo um 15 Uhr das Stadtradeln 2013 Essen offiziell eröffnet wird. nach ein paar Begrüßungsworten soll es dann auch eine Radtour geben, selbst OB Reinhard Paß, der sonst nicht fürs Radfahren bekannt ist, soll mitradeln. die Stadtradler-Stars, von denen es in Essen mehr als in jeder anderen teilnehmenden Stadt geben soll. auf RWE-Bikes (also eigentlich Diamant-Pedelecs mit RWE-Branding). laut Regenradar kann es auf jeden Fall keine Ausreden in Richtung Petrus geben …

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hallo Essen! hallo Bottrop, Gelsenkirchen, Gladbeck und Rheinberg! hallo Ruhrpott! hallo Welt!

[noch 1 Tag bis zum Start]

Das mit dem Star? Ich weiß nicht. Stadtradler auf jeden Fall. Stadtradler bin ich von Kindesbeinen an. Doch im Herbst 1993 kam das Mofa. Später dann das Moped, geliehene Motorräder und insgesamt vier Autos (also der Reihe nach, nicht gleichzeitig). Das Radfahren spielte keine Rolle mehr.

Ihr könnt es schon erahnen – sonst würde ich hier nicht bloggen: diese Motorisierung nahm dann auch wieder ab. Dank meiner Frau nutzte ich ab 2005 das Rad dann immer öfter zum Einkaufen. Nach und nach auch für Wege zum Jobben und zur Uni bzw. zum Bahnhof, da ich in Dortmund wohne und in Duisburg studierte. Mittlerweile arbeite ich an dieser Uni – auch in Essen -, und so ist das Pendeln mit Bahn und Velo zum Alltag geworden.

Was sich heute noch ändert, sind die Anteile zwischen diesen beiden Verkehrsmitteln. Immer mehr Kilometer verlagere ich von der Bahn aufs Rad: d.h. ich radle nicht zum nahe gelegenen Dorfbahnhof, sondern zum Hauptbahnhof. Wenn ich nach Duisburg zur Arbeit möchte, steige ich immer öfter bereits in Essen aus und radle gemeinsam mit einem Arbeitskollegen nach Duisburg. Und vielleicht steige ich demnächst in Bochum oder Herne aus, wenn ich nach Essen will.

Ach ja, das Auto. Das habe ich noch, sonst wäre ich gar nicht zum Stadtradeln-Star ernannt worden. Aber in den letzten zwei Jahren brauchte ich vier- oder fünfmal Starthilfe, weil die Batterie sich aufgrund der wenig zurückgelegten Kilometer nach und nach entleerte. Als ich dann gefragt wurde, ob ich nicht während des Stadtradelns meinen Autoschlüssel für drei Wochen abgeben wollte, musste ich keine Sekunde überlegen. Wenn ich das Stadtradeln also carefree überleben werde, werde ich danach carfree leben.

Ich bin Stadtradeln-Star für Essen und Kapitän für das Team Universität Duisburg-Essen. Wenn ich hier über Essen schreiben werde, dann wird das auch in der entsprechenden Kategorie zu finden sein. Da ich aber auch wissen will, was in den anderen Stadtradeln-Städten in der VeloCityRuhr so passiert, also Bottrop, Gelsenkirchen, Gladbeck und Rheinberg, werde ich evtl. auch mal für die anderen Städte schreiben.

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