Über Holger Boehnke

STADTRADLER-STAR in Essen

kleine Stadtrundfahrt und Tourentipp

Zum Beginn der Aktion „Stadtradeln“ hatte ich mir vorgenommen, einmal eine größere Runde durch Essen zu drehen und davon zu berichten. Heute bin ich von Leithe nach Steele, dann zum Elisabethkrankenhaus, über die City, die Rheinische Bahn nach Altendorf, Borbeck, am Kanal entlang zum Gelsenkirchener Nordsternpark und über die Erzbahntrasse / Zollvereinweg nach Hause. Eine wunderbare Runde, die schon als Tagesausflug durchgehen kann.
Das Positive zuerst: Die Beschilderung der Wohnstraßen / Fahrradstraßen ist mittlerweile sehr gut. Ganz ohne Radkarte der Stadt Essen ist es allerdings immer noch schwierig. Als langjähriger Autofahrer kennt man natürlich die markanten Kreuzungen der Hauptstaßen und kann sich orientieren. Dieses geht in den unbekannteren, kleinen Straßen nicht so gut, so dass man sich ohne detailgenaue Karte schnell mal verfahren kann. Gut ist ein Kartenhalter für den Lenker, dann kann man die gefahrene Strecke auf der Karte besser nachvollziehen. Sehr schön geworden ist die Trasse der Rheinischen Bahn von der Uni in Richtung Altendorf. Unterwegs habe ich 3 ehrenamtliche „Müllsammler“ gesehen, die auf der Trasse und im neuen Park weggeworfene Abfälle eingesammelt haben. Ein großes Kompliment für dieses Engegement !!! Ein Appell an alle Nutzer dieser Freizeitwege: Nehmt eure Abfälle wieder mit und hinterlasst euren Rastplatz wie ihr ihn vorgefunden habt.
Danach ein kurzer Abstecher zur neuen Finca „Barcelona“, die für einen Zwischstopp ideal liegt. Der Service funktioniert wohl noch nicht richtig, habe mich nach längerer Wartezeit ohne Erfrischung auf den Weg gemacht, da sich keine Bedienung blicken liess – schade. Danach ging es durch Wohnstraßen zum Kanal. Die großen Hauptstraßen können problemlos umfahren werden. Am Kanal wurde die Wegequalität schlechter, an der wassergebundenen Decke ist wohl länger nichts getan worden – ansonsten ist auch diese Strecke sehr schön und bei weitem nicht so überfüllt wie die Wege an der Ruhr. Ein Gutes hat die holprige Strecke: Keine Inliner, die die ganze Spur für sich beanspruchen.
Am Nordsternpark vorbei, dann zur Erzbahn, die ich zu den schönsten Radwegen im Ruhrgebiet und darüber hinaus zählen möchte. Die Nord-Südverbindung mit anschließendem Zollverein ist als frühere Bahnstrecke nahezu eben. Sie verläuft teilweise auf einem hohen Bahndamm, so dass man einen weiten Blick in das Umland genießen kann und weit und breit kein Auto / motorisierter Verkehr, den höchstens beim Überqueren einer Straßen von oben zu sehen bekommt. Die Strecke ist fast kreuzungsfrei, so dass man schön rollen lassen kann. Ich kann die Strecke jedem empfehlen, der sie noch nicht kennt. Abstecher zur Zeche Zollverein, zum Norsternpark und zur Jahrhunderthalle in Bochum einplanen; Stopps bieten sich an an der Kreuzung Erzbahn / Zollvereinweg bzw. Nordsternpark, Zeche Bonifacius und Zollverein mit Biergärten / Lokalen.
Eine negative Bemerkung muss ich dann leider doch noch hinterlassen: In Essen findet man oftmals Radwege mit wassergebundener Decke = Grober Schotter mit einer Decklage verdichtetem feinerem Split. Leider wäscht mit der Zeit das feinere Deckmaterial aus, so dass mit der Zeit der grobe Schotter zum Vorschein kommt. Sowohl Komfort (Holperei) wie auch Sicherheit (unkalkulierbarer Bremsweg) leiden. Warum wird nicht asphaltiert, so wie auf dem neuen Weg von Zollverein zum Nordsternpark oder Teilen der Erzbahntrasse, die im Zuge der Modernisierung auch gleich verbreitert wurde? Unseren Stadtplanern würde ich empfehlen, beide Varianten mal selbst mit dem Rad zu befahren. Ich stelle mir gerade vor, die Erneuerung der A40 würde in wassergebundener Decke ausgeführt. Das würde wohl zu einem Proteststurm der Autofahrer (und deren Lobby) führen. Sind Radfahrer Verkehrsteilnehmer 2. Klasse, dass man ihnen schlechtere Wege zumuten kann ???
So habe ich noch ein paar km für die Aktion „Stadtradeln“ auf den Tacho gebracht und einen schönen Tag verlebt. Am Ende noch eingekauft, 2 Packtaschen voll und ein großer Korb. Nach 2 Wochen Stadtradeln mit dem Vorsatz auf das Auto zu verzichten, wurde es Zeit, die Vorräte wieder aufzufüllen. 3 Jungs brauchen einem vollen Kühlschrank 😉 Das Fahrrad erinnerte fast an einen Kleinlaster. Es passte aber alles aufs Rad und das hat gezählt. Unsere Bier- und Wasserkästen bzw. Getränkevorräte werden wohl demnächst wegen des Gewichts mit dem Auto holen. „Normale“ Einkäufe machen mir keine Sorge 😉

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Großdemo der Autofahrer

Heute Morgen auf dem Weg ins Büro hatte ich den Eindruck, dass sich viele Autofahrer zu einer Großdemo verabredet hatten. Eine lange Kolonne Protestler stand mit laufenden Motoren zwischen der Krayer Str., über 2 km den Zehnthof hinauf bis zur A40-Auffahrt in Frillendorf, außerdem vor der Baustelle auf der Wattenscheider Str. und dann noch einmal knapp 1 Km auf der Engelbertstr. vor der Innenstadt. Auf einer Strecke von 8 km fast die Hälfte Stau, das sieht man auch nicht jeden Morgen. Komisch war nur, dass auf der Demo nirgends Plakate mit den Forderungen der Autofahrer zu sehen waren. Möglicherweise war es doch nur der „normale“ Berufsverkehr.

Ich finde es immer wieder beeindruckend, mit welcher Geduld sich Autofahrer jeden Morgen aufs Neue in den Stau stellen. Freie Fahrt für freie Bürger ? – Fehlanzeige ! Soll jeder so fahren wie er glücklich wird. Mir blieb allerdings nichts anderes übrig, als die stehenden Autos in gemächlichem Tempo mal links und mal rechts zu umfahren und mir die frustrierten Gesichter der „Parker“ anzusehen. Besonders ärgerlich finde ich es dann, wenn die wenigen vorhandenen Radstreifen noch durch abgestellte Fahrzeuge blockiert werden, so wie heute Morgen mal wieder am Zehnthof. Bestimmte Stellen sind regelmäßig von den gleichen Autos zugeparkt, so dass ich hier Vorsatz der Autofahrer unterstellen muss. Leider greifen unsere Freunde und Helfer hier viel zu selten ein.

Ich mache immer wieder -auch bei geringerem Verkehrsaufkommen- die Erfahrung, dass ich mit dem Rad im innerstädtischen Berufsverkehr schneller bin als mit dem Auto. Wer es nicht glaubt, kann ja mal die Stoppuhr zur Hand nehmen und es selbst ausprobieren. Oder einfach mal einen Blick auf den Bordcomputer des Auto werfen und feststellen, dass es vielfach Durchschnittswerte zwischen 20 und 30 km/h sind. Dann noch Parkplatzsuche und Laufwege vom Parkplatz zum Ziel hinzurechnen (fällt beim Fahrrad meist weg, da man eigentlich immer direkt am Ziel parken kann). Das geht mit dem Fahrrad auch.

Bleibt zum Abschluß eigentlich nur eine Frage: Warum soll ich mit dem Auto fahren, wenn ich mit dem Fahrrad schneller, gesünder und kostengünstiger unterwegs bin und das ganze völlig CO2-frei und ohne Feinstaub. Ich habe noch keine vernünftige Antwort gefunden. Wer mag kann mir gern antworten.

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Ende der Radsaison 2012 ?

Am Wochende hatten wir ja noch einmal einen traumhaft sonnigen Spätsommertag. Heute Morgen kräftiger Regen und deutlich kühler – das Ende der Radsaison 2012 ?
Kommt auf die eigene Einstellung an (und die richtige Bekleidung) !
Ich bin heute Morgen im Regen losgefahren und genauso wohlbehalten im Büro angekommen wie immer. Statt kurzem Radtrikot habe ich mir allerdings eine Regenhose und eine Regenjacke angezogen. Dann noch den Überzug über den Helm und los ging es.
Mit der richtigen Bekleidung kommt man auch bei Regen oder bei herbstlichen Temperaturen gut zurecht. Wer sich an den Anschaffungskosten stört, sollte einfach mal die Kosten anderer Verkehrsmittel gegenrechnen. Für den Preis von 3 Tankfüllungen kann man sich schon komfortabel einkleiden – und das Radfahren macht noch mehr Spaß. Richtig ausgestattet kann die Fahrradsaison problemlos 1 – 2 Monate verlängert werden und im Frühling eher beginnen. Die radfreie Winterpause ist dann noch schneller vorbei ;-))

Meine Regensachen habe ich übrigens immer in meiner Packtasche dabei, so dass ich mich im Notfall bei einem Wetterwechsel schnell umziehen kann.
Mein Tipp: Eine atmungsaktive Regenjacke ohne Kapuze und ein Helmüberzug. So bleiben der Kopf und der Oberkörper trocken und man kann sich besser bewegen als mit einer Kapuzenjacke, dazu eine kurze Regenhose. Die Beine sind ja ohnehin in Bewegung, so dass es kaum stört, wenn die Beine nass werden. Außerdem schwitzt man weniger. Mittlerweile gibt es von vielen Herstellern bequeme und funktionale Angebote – einfach mal beim Fahrradhändler seines Vertrauens beraten lassen.
So ausgestattet könnte man sogar stundenlang im Regen fahren, aber mal ehrlich: Bei Sonne ist doch schöner ;-))

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Kampfradler ???

Vor einigen Tagen habe ich verschiedene Zeitungsartikel gelesen, in denen eine härtere Bestrafung von „Kampfradlern“ gefordert wird. Die Artikel haben mich ziemlich auf die Palme gebracht, zeigen sie doch, welche Einstellung gegenüber Radfahrern verbreitet ist und sogar noch gefördert wird.
Eines vorweg: Selbstverständlich sollte gegen rücksichtsloses, verkehrsgefährdendes Verhalten im Straßenverkehr vorgegangen werden. Dass das Thema „Rücksicht im Straßenverkehr“ auf die Tagesordnung kommt, kann ich nur begrüßen. Warum aber wird der Fokus allein auf Radfahrer gelenkt ? Fahren diese in der Mehrheit wirklich rüpelhafter als andere Verkehrsteilnehmer ? Oder brauchte unser Bundesverkehrsminister Ramsauer nur ein neues Stammtischthema für die nächste Wahl in Bayern ???
Nach meiner Beobachtung gibt es unter allen Verkehrsteilnehmern Schlafmützen, Rüpel oder Rowdies. Wenn bitte die Radler ein härteres Strafmass erhalten sollen, dann bitte gleiches Recht für alle und härtere Strafen auch für diejenigen, die den Radlern das Leben schwer machen: Nordic-Walking-Läuferinnen, die schwätzend die ganze Breite des gemischt zu nutzenden Zollvereinweges einnehmen und sich noch aufregen, wenn man als Radfahrer klingelt, um vorbei zu kommen. Oder die Hundehalter, die ihre Hunde auf diesen Wegen frei herumlaufen lassen. Oder die Autofahrer, die ohne Sicht aus Einfahrten kommen bzw. ihre Türen aufreissen, ohne zuvor einen Blick nach hinten zu werfen. Und dann gibt es noch den Sicherheitsabstand beim Überholen, eigentlich 1,50 m, in der Realität oftmals weniger als die Hälfte. Wann wurde denn jemals an der Ruhr / Baldeneysee, wo separate Spuren für Radfahrer und Fussgänger vorhanden sind, kontrollierend auf Fußgänger zugegangen, die verkehrsgefährdend auf dem Radweg laufen ?
Insgesamt fällt mir auf, dass das Verhalten im Straßenverkehr generell rücksichtsloser geworden ist. Nicht nur im innerstädtischen Verkehr, sondern überall (Fahrer vornehmlich süddeutscher, PS-starker Wagen, die meinen, die Autobahn gehöre ihnen allein. Warum gibt es Motorräder, die vom Hersteller Streetfighter getauft werden ?)
Schade ist, dass durch die Polemik unseres Verkehrsministers Aktionen wie „Stadtradeln“ letztlich torpediert werden. Nur für ein paar Wahlkampfstimmen hetzt man völlig undifferenziert gegen eine Minderheit unter Radfahrern, statt das Miteinander der einzelnen Verkehrsteilnehmer untereinander zu fördern, wie es ja durch die Aktion „Stadtradeln“ geschieht. Ich würde mir wünschen, wenn die Aktion „Stadtradeln“ hier zu mehr Verständnis und Sachlichkeit beiträgt.
Ich hoffe, dass meine „Gegner ;-))“ im Straßenverkehr Milde mit mir walten lassen, wenn ich z.B. mit 1,50 m gesetzlich geregeltem Sicherheitsabstand an parkenden Autos vorbeifahre, d.h. fast auf der Straßenmitte den Autoverkehr ausbremse. Ich bitte alle Fussgänger: Seid mir nicht böse, wenn ich euch morgens auf dem Radweg zwischen der Bushaltestelle Hollestr. und dem Haus der Technik mit einem Klingeln oder einem lauten „Vorsicht“ aus euren Träumen reisse.
Bin ich etwa auch ein „Kampfradler“ ???

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Zur Nachahmung empfohlen …

Start am 3.9.2012

Seit dem 2.9.2012 läuft die Aktion „Stadtradeln“ in Essen. Diese Aktion gibt es bereits seit einigen Jahren in vielen Städten in Deutschland. Ich finde es klasse, dass wir in Essen jetzt auch mit dabei sind und habe mich spontan entschieden, das Projekt als Stadtradel-Star zu unterstützen.

 

Fast zeitgleich mit dem Start der Aktion „Stadtradeln“ lief am 31.8.2012 die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ aus. Drei Monate lang hatte sich mein Arbeitgeber, die Sparkasse Essen, an dieser Gemeinschaftsaktion von AOK und ADFC beteiligt. Im letzten Jahr waren wir das erste Mal dabei und es hatten über 50 Mitarbeiter teilgenommen, nach meinem Eindruck in diesem Jahr sogar noch mehr. Die Sparkasse Essen hatte im letzten Jahr die Aktion mit viel Engagement unterstützt. In der Hauptstelle wurden sichere Fahrradstellplätze geschaffen und Duschmöglichkeiten sowie Spinde für die Radler eingerichtet. Auch Werkzeuge und Flickzeug für kleinere Reparaturen sind vorhanden. Alles in allem ideale Rahmenbedingungen und für mich die Initialzündung zum Umstieg auf das Fahrrad. Der Wechsel auf das Fahrrad ist mir unter diesen Bedingungen leicht gefallen.

Seitdem fahre ich regelmäßig etwa 8 km zur Arbeit und habe es bis heute nie bereut. Bevor ich morgens an meinen Schreibtisch gehe, habe ich schon 20 min. intensiven Frühsport hinter mir. Ich tanke mehr Sauerstoff und werde durch die Bewegung morgens viel besser wach. So komme ich in jeder Woche auf über 3 Stunden mehr an sportlichen Aktivitäten, ohne dass ich hierfür Freizeit aufwenden muss. Die Zeit für die Fahrt ins Büro benötige ich in jedem Fall, ob mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln passiv oder mit dem Fahrrad – also aktiv. Also tue lieber etwas für meine Gesundheit. Bereits nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, dass sich meine Ausdauer verbessert hat und ich allgemein fitter geworden bin. Ich bin froh über die zusätzliche Bewegung, da ich ja als Büromensch ansonsten zu wenig Bewegung habe.

Zu diesem Thema gibt es ja auch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, die die gesundheitlichen Vorteile nachweisen. Ich finde es allerdings viel spannender, dieses durch eigene „Erfahrung“ selbst zu erleben. Wenn dann noch das Wetter so mitspielt wie in diesen Spätsommertagen, dann macht es natürlich noch mehr Spaß !!!

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Statement vom STADTRADLER-STAR Holger Boehnke aus Essen

Zeigen, dass es auch ohne bzw. mit weniger Auto geht. Ich möchte einen Beitrag zum Erfolg dieses Projektes leisten und hoffe, dass dadurch das Radfahren populärer wird. Es wäre schön, wenn durch solche Aktionen die Akzeptanz des Radverkehrs verbessert wird.

Nach meiner Erfahrung ist Radfahren die schnellste, gesündeste und kostengünstigste Form des Verkehrs für kurze Strecken in Städten.

 

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