Über Reinhard Hauschild

STADTRADLER-STAR 2015 in Dormagen

Mein Fazit

Unsere diesjährige Stadtradel-Kampagne hat ihr Ende erreicht. Damit ist auch die Zeit gekommen, mein Fazit zu ziehen:

  • Kampagnen zur Stärkung des Umweltbewusstseins und Förderung des Radverkehrs bleiben wichtig. Zu viel bleibt unerledigt und verschwiegen, wenn wir es nicht einmal in einer Aktion anpacken und deutlich sagen!
  • Unsere Dormagener Stadtradel-Kampagne hat mich motiviert, noch mehr Rad zu fahren, beispielsweise im Regen zu meiner Dienststelle.
  • Als positiv vermerke ich weiter, dass ich in Dormagen bis zu meiner länger geplanten Urlaubsreise jeden Tag mit dem Rad unterwegs war – kein Tag ohne Fahrrad!
  • Mit meinen während der Kampagne insgesamt erradelten km bin ich jedoch nicht zufrieden. Mein Ehrenamt als Deichgräf und gestiegene familiäre Anforderungen haben ausgiebigere Radfahrten einige Male nicht zugelassen.
  • Wie gehe ich nun mit diesen Erkenntnissen um? Es gibt für mich Prioritäten, die wichtiger sind und bleiben als Radfahren, keine Frage. Das macht Radfahren aber nicht unwichtig. Meine Herausforderung lautet: das Rad stärker im Alltag zu nutzen, es – noch – mehr in die Verwirklichung von Prioritäten zu integrieren.

Für mich die beste Kombination dieser Forderungen: meinen Enkelkindern die Freude am Radfahren, an der Entdeckung unserer Um-Welt mit dem Rad zu vermitteln. So ist und wird Radfahren, was es sein sollte: ein natürlicher Bestandteil unseres Lebens.

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Und so verabschiede ich mich am Ende mit innerer Freude.

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Radeln wie Gott im Vinschgau

Was wünschen wir uns von einem TOP-Radweg? Auf meiner – durchaus subjektiven – Wunschliste stehen insbesondere:

  • eine attraktive Strecke (z. B. Landschaft mit Bergen und Flüssen, Städte und Dörfer, Sehenswürdigkeiten),
  • guter Ausbau der Strecke mit Hinweisen zur Streckenführung (z. B. glatter Asphalt in auskömmlicher Breite und mit weiterführenden Markierungen, möglichst kein Kopfsteinpflaster),
  • radfreundliche Streckenführung (gut: Trennung oder gar Ausschluss von Autoverkehr),
  • Radfahrer-freundliche Infrastruktur entlang der Strecke (Radfahrer begrüßende Gastronomie, Servicebetriebe, die Radfahrern weiter helfen, öffentlicher Personenverkehr entlang oder in der Nähe der Strecke),
  • dazu ein Klima, in dem ich mich wohlfühlen, vielleicht sogar erholen kann.

Da wird es für manche Radwege schon eng. Ich bin heute einen Premium-Radweg gefahren, der nicht nur die Kriterien meiner Wunschliste voll erfüllt: der ca. 62 km lange Radweg von Mals nach Meran führt in Südtirol im Tal des Vinschgau entlang der Etsch am Fuß von z. T. schneebedeckten Alpengipfeln durch malerische Städtchen und Äpfelplantagen auf einer weitestgehend autofreien Trasse. Und dazu kommt dann noch ein Schmankerl von besonderer Güte: Mals liegt auf einer Meereshöhe von rd. 1.000 m, Meran auf rd. 325 m Meereshöhe. Das heißt: die Fahrt verläuft wie die Etsch fließt: rauschend bergab – ein alle Sinne belegender Traum.

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Diesen Traum zu erleben, macht kein Problem: mit wenigen Schritten erreiche ich von meinem Quartier einen Bus, der mich zu einem der Bahnhöfe in einem der Städtchen bringt, welche die Vinschgaubahn auf ihrer Fahrt von Meran nach Mals ansteuert. Am Bahnhof in Mals miete ich als Inhaber eines 7-Tage-Tickets zu einem vergünstigten Preis ein mir genehm erscheinendes Rad aus mehreren Angebotskategorien (u. a. auch Elektrobikes) aus. Mein „Trekking Bike“ ist technisch einwandfrei, wird kurz auf mich eingestellt und läuft prima. Ich kann es an jedem Bahnhof entlang der Strecke nach Meran wieder zurück geben – doch warum sollte ich das tun? Bei tollem Wetter und besten Bedingungen trinke ich nach erster abschüssiger Fahrt in Glurns unter freiem Himmel meinen morgendlichen Kaffee, esse auf einem Platz mitten in Latsch eine vorzügliche Pasta, genieße im Schatten der Bäume eines Cafés einen weiteren Kaffee und trinke im Garten eines Bekannten in Naturns selbstgepressten Apfelsaft mit Brunnenwasser. Da lasse ich keinen Meter der Radweges bis zum Bahnhof in Meran aus, zumal unmittelbar vor Meran (ab der „Töll“) noch eine herrliche Serpentinenabfahrt und eine daran anschließende eher gerade, aber ebenfalls abschüssige Strecke locken.

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Kleine Rast in einem der „Sessel“ vor der Serpentinenabfahrt nach Meran

Der liebe Gott mag das Leben in Frankreich, das Radfahren genießt er im Vinschgau.

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Eine Fahrradstraße? Ja, aber bitte mehr davon!

 

Nun fahre ich also wieder mal ins Deichamt, im Durchschnitt mache ich das an vier Tagen in der Woche, mitunter auch zwei Male hin und zwei Male wieder zurück. Auf jeder dieser Fahrten mit dem Rad nutze ich die Wiesenstraße zwischen Rheinfeld und Stadt Zons. Seit Jahren schon ist diese Straße als Fahrradstraße ausgewiesen. Schilder und Fahrbahnmarkierungen weisen in aller Deutlichkeit darauf hin, dass Autofahrer hier nicht herfahren dürfen, es sei denn, sie seien Anlieger.

Fahrradstraße

Müsste ich heute eine gefühlte Bilanz zum Erfolg der Fahrradstraßen-Ausweisung erstellen, fiele diese Bilanz sehr zwiespältig aus. Gewiss, Radfahrer dürfen sich auf der Wiesenstraße straßenverkehrsrechtlich „im Heimatland“ fühlen, dies zeigen mir die Familien und Radfahrergruppen, die insbesondere am Wochenende auf der Fahrradstraße unterwegs sind. Doch auch sie müssen immer wieder Autofahrern ausweichen, die die Straße rechtswidrig befahren, weil sie eben nicht Anlieger sind. Für sie ist es halt viel bequemer und zeit- wie spritsparender, die direkte Verbindung zwischen Rheinfeld und Zons zu fahren als die deutlich längere „offizielle“ Strecke. Als inzwischen einheimisch Gewordener (falls man dies in Dormagen schaffen kann) staune ich oft, welche mir bekannten Gesichter mir im Auto entgegen kommen oder welcher Wagen mich gerade überholt, die Strecke schnurstracks durchfährt, ohne irgendwo wegen eines Anliegens zu halten.

Da frage ich mich als früherer Ratsherr, der die Ausweisung der Fahrrdstraße gefordert und mit betrieben hat, heute schon einmal, ob eine solche Maßnahme wirklich sinnvoll war und heute noh ist. Und trotz der erlebten Enttäuschungen sagt mir mein Kopf: ja, die Ausweisung war und ist sinnvoll, aber eben noch unvollkommen:

  • Sie muss durch weitere verkehrsrechtliche und straßenbauliche Maßnahmen noch eindeutiger ausgewiesen werden.
  • Sie braucht eine Verlängerung über die Straße „Auf dem Sandberg“ und den Andreasweg (Wirtschaftsweg, der die Andreasstraße mit der Krefelder Straße verbindet), damit die Radfahrer eine sichere Verbindung zwischen der Stadt Zons, Rheinfeld und der westlichen Innenstadt bekommen.

Solche zukunftsweisenden Radrouten können innerstädtische Verkehre prägen – und für den Radverkehr müssen sie das auch, wenn denn der Radverkehr tatsächlich mehr Zukunft für Städte mit mehr Lebensqualität bringen soll.

 

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Zum Einkauf mit dem Rad nach Köln

Zum Einkauf mit dem Rad nach Köln

Für meinen in Kürze anstehenden Urlaub in Südtirol brauche in noch ein paar Utensilien. Da passt es prima, dass die Firma, die nicht nur Globetrotter ausrüstet, mir vor einigen Tagen einen Gutschein zum Geburtstag schickte. Also nutze ich kurzentschlossen das hervorragende heutige Wetter und fahre mit meinem Reiserad (ein in der Gesamtlänge 120 cm messender „Roadster“, bei dem „Länge läuft“ – wer googlen mag, findet die nicht utopische Firma) im wesentlichen über die B9 in die Kölner Innenstadt ins unmittelbare Umfeld des Neumarktes.

Wer dies für eine triste Strecke hält, hat nur zum Teil Recht, was den Vorstadtbereich anbelangt. Die Strecke bis Fühlingen und hinter Fühlingen bietet auf dem dort vorhandenen Radweg durchaus ihre landschaftlichen und bewaldeten Reize, die Strecke hinter der Inneren Kanalstraße vermittelt Kölner Flair. Und wer an einem Samstag Morgen bereits um 09:00 Uhr im Sattel sitzt (nichts annähernd Spektakuläres), wird sich über viel Verkehr nicht beklagen können.

So bin ich prima unterwegs – trotz Gegenwind und etlicher Ampelstopps in Köln brauche ich für die rd. 22 km weniger als eine Stunde und zehn Minuten. Hätte ich mein Ziel von daheim per S-Bahn und Fußweg vom Kölner Hauptbahnhof angesteuert, hätte ich kaum weniger Zeit benötigt.

In dem angesteuerten Outdoor-Tempel geht es mir wie wohl vielen Kunden: ich erledige meine Einkäufe, widerstehe vielen Versuchungen und erliege einigen Verlockungen zum Kauf weiterer Utensilien. Der Genuss eines guten „Cafe creme“ trägt zu meiner Zufriedenheit bei. Dies und der Rückenwind auf der Rückfahrt verkürzen die Fahrzeit auf etwa eine Stunde.

Jetzt freue ich mich – über meinen Einkauf und über meine zügige Hin- und Rückfahrt, über einen gelungenen Samstagvormittag.

 

Köln

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Ein Interview mit der Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Ausgabe 18.08.2015

Für innerstädtische Strecken mehr das Fahrrad nutzen

DORMAGEN Das Auto stehen lassen – und möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegen: Seit Samstag nimmt die Stadt Dormagen wieder drei Wochen an der Aktion „Stadtradeln“ teil – zurzeit mit 51 Dormagenern, einer davon ist der „Stadtradel-Star“ Reinhard Hauschild, der ehemalige Dormagener Bürgermeister.

Interview NGZ 150818

NGZ: Herr Hauschild, wie sehen Sie sich als „Stadtradel-Star“?

REINHARD HAUSCHILD: Ich freue mich darüber, dass ich als passionierter Fahrradfahrer auf diese Weise vielleicht noch mehr Dormagener dazu motivieren kann, auf das Rad umzusteigen. Als „Star“ sehe ich mich allerdings nicht (lacht).

NGZ: Wie können Sie die mehr als 1200 Kilometer, die Tanja Gaspers zwischen Troisdorf und Dormagen zurückgelegt hat, noch toppen?

HAUSCHILD: Mein Ziel ist nicht, so viele Kilometer wie nur möglich zu fahren – an die Kilometer von Frau Gaspers käme ich sowieso nicht heran. Es geht vielmehr um den bewussten Einsatz des Fahrrades im Alltag, beispielsweise zum morgendlichen Brötchen holen. Wir alle können doch nur begrüßen, wenn das Auto mal nicht genutzt wird, insbesondere auf innerstädtischen Strecken. Das ist gut für unsere Umwelt und für die eigene Gesundheit. Und zudem wäre es natürlich schön, wenn wir gemeinsam den Stadtradel-Rekord von 150 000 Kilometern in den drei Wochen in Dormagen „erradeln“ könnten.

NGZ: Wie ist Dormagen für Fahrradfahrer aufgestellt?

HAUSCHILD: Es ist in den vergangenen Jahren sehr viel in die Fahrrad-Infrastruktur investiert worden. Nicht ohne Grund ist die Stadt Dormagen „Fahrradfreundliche Stadt“. Das habe ich von meinem Bürgermeister-Kollegen Heinz Hilgers gern übernommen und selbst engagiert fortgeführt: Die Förderung des Fahrradverkehrs liegt mir sehr am Herzen. Das unterstütze ich gern weiter, auch als Deichgräf.

NGZ: Gibt es hier besondere Vorzüge?

HAUSCHILD: Ein großes Plus sind unsere meist gut asphaltierten Wirtschaftswege. Im Gegensatz zu anderen Kommunen können sich Radler in Dormagen auf ein gut ausgebautes Radwege-Netz stützen, das bis auf wenige Ausnahmen flächendeckend ist. Das ist ein nicht zu unterschätzender Standort-Vorteil für die Stadt Dormagen im interkommunalen Wettbewerb.

Carina Wernig führte das Gespräch für die NGZ.

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Jedem Sonntag folgt ein Montag

Jedem Sonntag folgt ein Montag

Der Sonntag ist vorbei, am Wochenanfang nehmen unsere Pflichten uns wieder voll in Beschlag. Für heute stehen u. a. in meinem Pflichtenheft:

  • Einen Faltkorb, dicht gefüllt mit leeren Gläsern und Flaschen, zum Glascontainer bringen;
  • Vor Bildstock
  • einen Termin mit einem Steinmetz zur Renovierung und behutsamen optischen Aufwertung eines Bildstocks wahrnehmen;
  • Verwaltungsarbeit im Deichamt erledigen;
  • Getränke und einige Kleinigkeiten einkaufen – da kommen gut 40 kg Transportmasse zusammen – kein Problem für mein Lastenrad;
  • nach dem Mittagessen erneute Fahrt ins Deichamt, um eine Sitzung des Erbentages vorzubereiten und die Sitzung eines Arbeitskreises zu leiten.

Insgesamt bin ich heute rd. 31 km mit dem Fahrrad gefahren – und das bei einem Regenwetter, dass einem Schwimmhäute zwischen Fingern und Zehen wachsen müssten. Doch auch das macht mit gutem Regenschutz kein Problem. Ob ich ohne die Stadtradel-Kampagne heute Vormittag meine Pflichten mit dem Rad im strömendem Regen erfüllt hätte, lasse ich einmal dahinstehen, doch die Kampagne zeigt mir (und hoffentlich auch anderen): es geht, wir müssen es nur wollen!

Da gibt der Kampagne ihren tieferen Sinn. Nichts, auch unsere Umwelt nicht, wird besser ohne Anstrengungen.

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Brötchen holen im Regen

Brötchen holen im Regen ???

Heute ist Sonntag, es ist noch früh am Morgen, ich möchte für meine Lieben frische Brötchen holen – und es regnet. Fahre ich jetzt schnell, bequem und „unberegnet“ mit dem Auto oder setze ich mich rasch aufs Rad und brauche dafür auch kaum länger?

Mein innerer Schweinehund und mein gutes Gewissen treffen aufeinander. Für die kurze Strecke den Wagen starten, hoher Kratstoffverbrauch, viele Abgase und der Motor wird nicht einmal richtig warm. Dabei hängt der Radhelm griffbereit, der Anorak ebenso – doch einen Rucksack brauche ich, um die Brötchentüte vor dem Regen zu schützen. Auch das macht keinen Aufwand, und da gewinnt das gute Gewissen ohne langes Ringen. Ich nehme das Rad.

Ich fahre in die Ruhe eines frühen Sonntagmorgens und die Melancholie eines sanften Regens aus grauem Himmel. Die nach heißen Sommertagen angenehm kühle Luft atmet sich leicht und mild. Ich genieße die Fahrt durch menschen- und autoleere Straßen und Gassen.

Rasch bin ich mit wohl duftenden frischen Brötchen wieder zu Hause. Wirklich nass geworden bin ich nicht. Die Brötchen schmecken in fröhlicher Familienrunde prächtig, ein guter Start in den Sonntag.

Brötchen holen im Regen, na klar !!!Brötchen holen 150816

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