Noch ein sonniger Tag auf dem Rad

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Eigentlich ist die Stadtradelaktion ja schon gelaufen…

gefahren, besser gesagt…

Einen so herrlichen Tag wie den gestrigen Freitag aber muss man im Sattel verbringen!

Mit viel Rast und Picknick und Stadtbummel und Eisessen und Schwimmen in den herrlichen, heimischen Badeseen zwischendurch…

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Last, not least…

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Die letzten drei Wochen der Auto-Askese sind erstaunlich schnell vorbei gegangen und waren nicht annähernd so entbehrungsreich, wie mir vor und auch während der Aktion immer wieder prophezeit worden ist. Im Gegenteil: Die Strecken, die ich mit dem Rad gemacht habe, hätten mit dem Auto wegen der Parkplatzsuche oft sogar länger gedauert und waren zudem viel schöner. Der Gedanke, mit dieser Aktion sehr effektiv auch etwas für die eigene Fitness zu tun, kam ebenfalls dazu.

Oft bin ich belächelt worden, wenn ich mich bei Wind und Wetter auf den Weg gemacht habe und man hat mir vorgehalten, die Ambition mit dieser Aktion CO2 einzusparen, sei sinnloser als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Das ist wohl wahr! Selbst ich musste einsehen, dass Fahrten zum Baumarkt, die mein Freund wegen der Transportnotwendigkeit von Materialien mit dem Wagen machte und ich mit dem Fahrrad hinterher fuhr, nicht die Bohne dem Ziel entsprachen, Emissionen zu verhindern. Anderen wird es ähnlich ergangen sein.

Dennoch: Wie einfach es im Grunde ist, immer öfter auch bei etwas längeren Wegstrecken und „suboptimaler Wetterlage“ das Rad zu benutzen, habe ich bei der Aktion deutlich „erfahren“. Hatte ich früher häufig beim Blick aus dem Fenster auf den wolkenverhangenen Himmel noch lieber zum Wagenschlüssel gegriffen, statt nach dem Fahrradschloss, ist diese Hemmschwelle noch einmal deutlich gesunken. Ich bin bisher schon oft mit dem Rad gefahren und werde auch in Zukunft den Wagen noch häufiger stehen lassen. Einen Umdenk-Effekt hatte die Aktion allemal!

Heute also der letzte Tag.

Während Mann und Kinder mit meinem Auto nach Recklinghausen fahren und sich beim Sommerfest der Bau-Spiel-Farm einen schönen Nachmittag machen, schwinge ich mich also wieder aufs Rad und fahre nach Flaesheim zu meinen Eltern, um den freien Tag nicht allein in der Bude verbringen zu müssen.

Der Hinweg geht noch – lediglich Nieselregen und Gegenwind. Das würde logischerweise für die Rückfahrt, wenn schon keinen Sonnenschein so doch wenigstens Rückenwind bedeuten.

Aber Murphy´s Gesetze schlagen mal wieder erbarmungslos zu: Der Wind hat sich gedreht und schon kurz nach der Abfahrt regnet es Bindfäden. Mein totschicker Regenmantel ist zwar in den Packtaschen verstaut, aber ich mag nicht anhalten, um ihn auszupacken. Lieber trete ich kräftig in die Pedale, um schnell nach Hause zu kommen und dann gemütlich zu duschen. Auf dem Rad stehend gebe ich was ich kann und mache mächtig Meter…zumindest für ein paar Minuten.

Der alte Drahtesel macht die Treterei nicht mit und kapituliert. Die Kette springt ab und gleichzeitig ist der Vorderreifen nahezu platt. Die erste Panne mit diesem Rad (nicht nur seit Beginn der Stadtradelaktion, sondern seit ich es auf dem Sperrmüll gefunden habe) ereilt mich ausgerechnet jetzt!

Wer sein Rad liebt, der schiebt, denke ich und Mairegen bringt ja bekanntlich Segen – heute ist ja der letzte Tag, also Augen zu und durch…

So erreiche ich eine gute Stunde später nass bis auf die Knochen mein Heim und lasse tropfend von Kopf bis Fuß die Packtaschen im Wohnzimmer auf den Boden fallen, wo die anderen schon vor dem Fernseher sitzen. Ich schäle mich aus den dampfenden Klamotten und lasse mich nach einem ausgedehnten Wannenbad müde und erleichtert in die Sessel fallen.

„Und -“, werde ich hämisch gefragt: “Morgen wieder mit dem Rad zur Arbeit?“ „Na klar“, antworte ich. Nicht aus Trotz –

aus Überzeugung!

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Kein Grund für (Radel-)Star-Allüren

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Der Countdown läuft: Kurz vor dem Ziel und Ende der Stadtradelaktion habe ich mitten auf dem Halterner Marktplatz bei kurzzeitig strahlendem Sonnenschein die 400-Kilometer-Marke geknackt.

Meine Töchter und meine Mutter loben mich und auch ich bin ein bisschen stolz auf mich, die drei Wochen ganz ohne Auto geschafft zu haben.

Betrachte ich die bisherigen Ergebnisse meines Teams im Radelkalender, ist meine Leistung aber keineswegs ein Grund für Radel-Star-Allüren: Einige meiner Kollegen haben in der Zeit beinahe das Doppelte hingelegt…

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Guter Rat war teuer – gutes Rad nicht!

 

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Gestern war Otternasencup in Merfeld. Klar, dass ich auch wieder dabei sein wollte, um Team WUP 04 aus Haltern anzufeuern.

Natürlich wollte ich nicht entlang der berüchtigten Rennstrecke „Merfelder Straße“ zum Platz fahren, sondern die herrlichen Wald- und Wanderwege nutzen.

Ausgerüstet mit GPS und reichlich Proviant machte ich mich morgens auf den Weg…

Weit gekommen bin ich nicht. Wo immer mich das Navi hinführte, endete der Weg nach wenigen Kilometern irgendwo im nirgendwo vor einem Zaun. Nach fast zwei Stunden Irrfahrt über nahezu unbefahrbare Sandwege landete ich dann doch auf der Merfelder Straße und kam ziemlich abgekämpft und ziemlich verspätet beim Otternasencup an. Kaum vom Rad abgestiegen wurde über Lautsprecher das erste Spiel des WUP-Teams angesagt.

Trotz wenig frühlingshafter Temperaturen wurde es ein kurzweiliger Tag und die Rückfahrt durch die Bauernschaften recht gemütlich…

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Radtouren durch die freie Natur sehe ich mir am liebsten im Fernsehen an…

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Sonntag, der letzte Tag der ersten Woche ganz ohne Auto. Das Wetter hat sich gebessert. Es regnet nicht mehr, ist aber vormittags noch immer verhangen. Erst gegen Mittag klart es endlich auf und gelegentlich kommt sogar die Sonne heraus.

Zuhause ist niemand dazu zu überreden eine Radtour zu machen. Die Natur genießen kann man offensichtlich genau so gut vor dem Fernseher…

Später will der eine ins Kino gebracht werden, der andere zu Freunden…

Tja – (Stief)Mamataxi is nich! Radelstar sein hat durchaus auch seine Vorteile! Denke ich bei dieser Gelegenheit an meine eigene Kindheit, fällt mir auf, dass wir höchst selten mal die Fahrdienste unserer Eltern in Anspruch genommen haben. Wir haben selbstverständlich immer alle Wege mit dem Rad erledigt und wenn das Wetter nicht mitgespielt hatte, war eben nix mit Rausgehen. Ebenso kann ich mich nicht erinnern, auch nur ein einziges mal zur Schule gebracht worden zu sein oder zum Shoppen in die Nachbarstadt…

Unseren Kindern erscheint bereits der kürzeste Weg als Zumutung. Ich stelle schon nach dieser Woche fest, dass meiner Familie meine Auto-Abstinenz schwerer fällt als mir selbst!

Ich empfinde direkt ein bisschen Schadenfreude, als ich mich aufmache um allein zu meiner Schwester nach Emkum zu fahren. Der Weg ist lang und über die sandigen Waldwege sogar ziemlich anstrengend, aber der liebevoll gedeckte Tisch in ihrem herrlichen Garten mit selbst gebackenem Kuchen und frischem Kaffee entschädigen für alle Mühe!

Ich bin noch keine fünf Minuten da, da trudelt auch mein Vater ein. Natürlich auch mit dem Rad. Alle lachen – ein Bücker kommt selten allein! Egal wohin wir fahren, immer taucht unabgesprochen mindestens ein weiteres Familienmitglied auf.

Am späten Nachmittag machen wir uns zu zweit auf den Heimweg. Entlang am Hullerner Stausee bis zur Stever. Am Heimings Hof trennen sich unsere Wege – bis zum nächsten Wochenende…

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Wer den Schaden hat…

Dokument1Seite1 Es ist Samstag.

Wie an jedem der letzten gefühlten 1500 Wochenenden stand auch heute wieder der Weiterausbau unseres Kellers an. Wir brauchten dringend Nachschub an Materialien. Schon nach dem Frühstück beim Schreiben der Einkaufsliste zeigte sich das erste Problem: „Wie sollen wir das alles mit dem Fahrrad transportieren?“

„Mit dem Fahrrad?!?“ kam es ungläubig aus dem Mund meines Partners.

„Mit dem Fahrrad“, wiederholte ich kleinlaut und fügte erklärend hinzu: „Radelstar! – und dir könnte ein bisschen Bewegung auch nicht schaden!“

„Und das Waschbecken packen wir dann ins Fahrradkörbchen, die Farbeimer an den Lenker und die HT-Rohre auf den Gepäckträger, oder wie?“ konterte er zurück.

Die Diskussion ging noch ein bisschen hin und her. Schließlich einigten wir uns darauf, dass er mit dem Auto fuhr und ich mit dem Rad folgte. Traf nicht so wirklich den Sinn der Aktion, CO2 einzusparen, aber sei´s drum…

Das nächste Problem zeigte sich beim Blick aus dem Fenster: Es war sehr windig und regnete. Nicht gerade Bindfäden, aber stark genug um nicht in leichter Frühlingsbekleidung fahren zu können.

In weiser Vorausschau hatte ich mir bereits Anfang Mai einen Fahrradregenmantel gekauft. Es war das erste Mal für mich gewesen und dementsprechend unerfahren war ich bei der Auswahl. Ich hatte mich für ein preisgünstiges Model aus 100% PVC entschieden, das zumindest auf dem Packungsfoto noch halbwegs kleidsam aussah. Bis Ende Mai würde es seinen Dienst schon erfüllen. Es war passend zum Verwendungszweck wahlweise in frischem Zementgrau oder edlem Rabenschwarz zu erwerben und ich nahm Lezteres.

Heute also war der Tag, das figur-umschmeichelnde Teil einzuweihen. Schon beim Anziehen brauchte ich Hilfe. Trotz überschaubarer Schnittführung verwurschtelte ich mich total darin und brauchte eine Weile bis ich die Öffnungen für Kopf und Hände fand und mit dem Gebrauch so halbwegs zurechtkam. Unter dem hämischen Gelächter meines Freundes, der gleich die Kamera zückte, machte ich gute Mine zum bösen Spiel.

Wer den Schaden hat, spottet bekanntlich jeder Beschreibung.

Dann konnte es endlich losgehen. Der Fahrtwind fuhr sogleich unter den Poncho und es war unmöglich ihn über den Beinen zu halten, so dass ich trotzdem sofort nass wurde. Die Kapuze machte es ziemlich unmöglich nach rechts oder links zu blicken, ohne dass der Stoff gefährlich die Sicht versperrte. Arme ausstrecken um die Richtung anzuzeigen ging schon gar nicht. Außerdem wurde es darunter durch die Körperwärme so schnell heiß, dass ich schon nach wenigen hundert Metern kletschnass geschwitzt war. Dieses zweifelhafte Vergnügen hatte ich zuletzt in schwüler Septemberhitze, eingewickelt in einen zu kleinen Tschador in den staubigen Straßen von Isfahan gehabt. Auch meine äußere Erscheinung heute dürfte diesem Erlebnis von damals ziemlich nahe gekommen sein…

Die Fahrt durch die Innenstadt in diesem Aufzug kam einer Mutprobe gleich und ich war froh, dass mich unter diesem Zelt wenigstens niemand erkennen konnte.

Das erste Teil, das im Baumarkt im Warenkorb landete, war eine Regenjacke…

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Was für ein Tag!

Auf Umwegen bin ich heute beruflich unterwegs nach Flaesheim. Hier bin ich aufgewachsen und kenne jeden Weg und jeden Stein. Trotzdem entdeckt man immer wieder irgendetwas Neues.

Ich verbinde das Nützliche mit dem Angenehmen und mache vor der Heimfahrt noch einen ausgedehnten Abstecher zu Oma und Opa. Oma hat gerade frischen Kaffee am Durchlaufen und Opa holt eine selbstgemachte Pizza aus dem Ofen. Die genieße ich mit zwei Gläsern Weißwein. Ich muss ja nicht fahren….;)

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Drei Sekunden lang….

P1230499…habe ich gezögert, als es im April auch in Haltern hieß „Freiwillige vor für die Anmeldung als Stadtradelstar“.

Drei ganze Wochen komplett auf den PKW verzichten?

Andererseits – ich habe erst seit relativ kurzer Zeit ein Auto und war es mein Leben lang gewohnt, alle Wege entweder zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen. Noch bis vor Kurzem habe ich alle längeren Strecken innerhalb (und knapp außerhalb) meines Heimatortes stets mit meinem Schlittenhundegespann vor meinem Tretroller mit Rucksack und Anhänger bewältigt. (Ich wage einfach mal zu behaupten, dass mein Roller wahrscheinlich der einzige weltweit ist, der mehr als 7000 Kilometer gefahren ist und bis heute noch keinen Platten hatte).

Mit meinem Rudel bin ich im wahrsten Sinne des Wortes durch Dick und Dünn, durch Wind und Sonne gefahren, bis die Tiere vor knapp zwei Jahren in ihren wohlverdienten Ruhestand gingen.

Passenderweise fand ich etwa zeitgleich mein Fahrrad am Straßenrand, wo es zwischen ausgedienten Möbeln und Gerümpel auf die Sperrmüllabfuhr wartete. Völlig intakt, mit frisch aufgepumpten Reifen und neuem Fahrradkörbchen.

Ich nannte es Parvane, nach dem iranischen Wort für Schmetterling, weil es so schön bunt und leicht ist und im Frühling immer gute Laune macht.

Parvane begleitet mich seitdem auf fast allen meinen Wegen und bei fast jedem Wetter.

Ich arbeite halbtags im Nachbarort in einer Grundschule. Die zweite Hälfte meiner Werktage verbringe ich meist schreibend am heimischen PC, oder wahlweise mit Laptop am Gartenteich.

Einkaufsmöglichkeiten habe ich in unmittelbarer Nähe; Freunde und Familie auch. Das Auto brauche ich nur in Ausnahmefällen.

Was also spräche gegen eine Teilnahme? Spontan habe ich zugesagt!

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