Über Markus Frölich

„STADTRADLER-STAR2014 in Birkenau“

Drei Wochen ohne Auto – Fazit nach der ersten Woche

Drei Wochen ohne Auto – Fazit nach der ersten Woche

Nach der ersten Woche Stadtradeln möchte ich gerne eine positive Bilanz ziehen. Gleichwohl sich für mich persönlich eigentlich nichts verändert hat, da ich ohnehin stets nur Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel benutze, ist es dennoch angenehm positiv zu spüren, dass generell mehr Radfahrer in und um Birkenau sichtbar sind. Vermutlich trägt auch die derzeitige Grossbaustelle am Ortseingang von Birkenau dazu bei, die den Autoverkehr verhindert und das Radfahren für viele zur interessanten Alternative werden lässt. Von vielen Radfahrern ist zu hören, dass es doch interessant wäre, die Birkenauer Talstraße dauerhaft für den PKW Verkehr zu sperren um somit der gesunden und sanften Mobilität eine langfristige Perspektive zu geben.

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Abschluss-Statement

Drei Wochen ohne Auto. Eine nette Aktion um Bewegung und Gesundheitsbewusstsein zu fördern. Gesunde Mobilität und Freude am Radsport erlebten einen verdienten Aufschwung. Die angestrebten Ziele zum Klimaschutz sind hingegen natürlich nicht erreichbar, sofern keine dauerhaften Verhaltensänderungen erfolgen. Dies erfordert weitergehende begleitende Reformen. Einerseits wäre ein zuverlässiges öffentliches Verkehrssystem hilfreich. Wer in diesen drei Wochen erstmals vom Auto auf Bahn und Bus umstieg, musste wohl bald erkennen, dass das generell wenig zuverlässige Bahnsystem vollends zusammenbricht, sobald es irgendwo in Deutschland wärmer als 30° wird. (Noch katastrophaler ist die Situation, wenn es irgendwo in Deutschland schneit, aber das konnte man in diesen drei Wochen ja nicht testen.) Statt eines fortwährenden Ausbaus der Autobahnen wären Investitionen in das Bahn- und Schienensystem erforderlich.

Aber es sind auch Anreizänderungen auf der Nachfrageseite erforderlich, um dauerhafte Verhaltensänderungen zur Mobilität zu erzielen. Ohne Verteuerung der Energienutzung wird es zu keinem Rückgang der CO2 Emissionen kommen. Eine Steuerreform die z.B. die Mehrwertsteuer halbiert oder abschafft und die Einkommenssteuer für Gering- und Normalverdiener weitestgehend abschafft und dafür Energienutzung sehr deutlich besteuert wäre z.B. ein erster Schritt. Eine große Koalition in Berlin könnte Weichen stellen, aber übt sich bislang weiter gerne in Unfähigkeit und Untätigkeit. Aktionen wie das Stadtradeln sind eine nette Idee, sollten aber nicht von der Notwendigkeit ernsthafter Reformen ablenken.

Professor Dr. Markus Frölich

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Drei Wochen ohne Auto – Fazit nach der zweite Woche

Die anfängliche Begeisterung für das Radfahren ist geblieben und eine generell positive Stimmung ist in der Bevölkerung spürbar. Gleichzeitig ist allerdings auch der Frust über den schlechten öffentlichen Verkehr erkennbar. Gerade die Deutsche Bahn ist bei Temperaturen über 30 Grad hoffnungslos überfordert. Kaum ein Zug ist pünktlich, Züge fallen aus und der Unmut an den Hauptbahnhöfen in Heidelberg, Mannheim, Darmstadt und Frankfurt ist unübersehbar. Da wundert man sich dann schon, wieso allerseits unbegrenzte Geldströme in den (oftmals sinnlosen) Straßenbau fließen, während der öffentliche Verkehr und dessen Infrastruktur überall kränkeln. Die Aktion Stadtradeln ist eine gute Idee, aber wenn ein dauerhaftes Umdenken zu weniger PKW Verkehr erzielt werden soll, so wäre auch ein zuverlässigerer und ausgebauterer öffentlicher Verkehr notwendig.

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