Resümee

So, meine 3 Wochen Autoaskese sind nun vorbei. Mein Fazit:

Der totale Verzicht auf das Auto fiel mir leichter als gedacht. Bei meinen Fahrten von Oberursel/ Oberstedten nach Frankfurt oder nach Mainz hatte ich mit dem Wetter Glück und bekam keinen großen Regen ab. Meine Regenklamotten hatte ich oft dabei, aber ich brauchte sie nicht.
Ich werde zukünftig noch mehr auch abendliche Ziele mit dem Rad ansteuern (z.B. zu einem Konzert oder Kinobesuch nach Frankfurt) und in Kauf nehmen dann nachts zur Rückkehr die Bahn zu benutzen. Und ich werde aber auch aus dem Radeln kein Dogma machen: dort wo mir es angemessen erscheint werde ich weiterhin (mit Genuss und ohne schlechtes Gewissen) Autofahren und mir damit meinen Spaß am Radeln erhalten.

Ich konnte aufgrund einiger Verpflichtungen während der Stadtradelaktion keine Extratouren fahren. Da ich auch sonst möglichst viel mit dem Rad erledige, fußen die folgenden Bemerkungen über die vielen Vorteile des Radfahrens nicht nur auf den Erfahrungen der letzten Wochen:
- Man bewegt sich in der Stadt schneller mit dem Rad als mit dem Auto, da Parkplatzsuche und Laufwege fast komplett entfallen. Man kann immer direkt vor der Tür parken.
- Für den Transport von Einkäufen gibt es geräumige Gepäcktaschen. Man wundert sich, was da alles rein passt. (ich entlocke meinem Weinhändler immer noch ein leichtes Schmunzeln, wenn er mich beim Abtransport meines Einkaufs bei ihm beobachtet.)
- Mit wenigen Km pro Tag konserviere ich viel Fitness, was mir dann bei längeren Ausflügen entgegenkommt oder beim Ausüben von anderen Sportarten.
- Ich kann einen Zusammenhang natürlich nicht beweisen, aber obwohl ich auch im Winter oft fahre, bin ich selten erkältet und denke, dass das Radeln sehr meiner Gesundheit zugute kommt..
- Seit meiner Kindheit liebe ich es neue Wege und Verkehrsverbindungen kennen zu lernen, mittlerweile faszinieren mich noch mehr die kulturellen und gastronomischen Highlights, an denen man bei Touren so vorbeikommt (oder auch gezielt ansteuert). Es gibt tolle gut ausgeschilderte Radwege oder man kann sich über ein Smartphone vom Navi unterstützen lassen, z.B. Radplaner Hessen oder auch einfach mal der angebotenen Fußgängerroute nachfahren.
- Mittlerweile ist meine Tochter erwachsen, aber als Kind hatte sie viel Spaß am Mitradeln, erst im Kindersitz und dann im Anhänger. Die Touren waren dann halt etwas kürzer und auch eher mal am Fluss entlang als durchs Gebirge. Ihr Enthusiasmus lies zugegebenermaßen nach als sie dann selbst in die Pedale treten musste. Aber mittlerweile radet sie wieder…

So weit, so gut. Mein “Teamchef” hat angekündigt, dass er für alle in unserem Falle 37 Teammitglieder ein Nachtreffen organisieren möchte, damit man sich auch untereinander mal kennen lernt. Ich halte das für eine tolle Idee und freue mich sehr darauf.

Not macht erfinderisch!

Neben Radfahren paddele ich sehr gerne. Doch wie komme ich mit meinem 5,30m langen Seekajak zum Wasser ohne Auto? Als Stadtradler-Star darf ich ja 3 Wochen nicht Auto fahren.

Die Lösung war einfach, mit dem Fahrrad!Bootstransport per FahhradFür mein Surfbrett hatte ich mir mal einen Bootswagen aus Kinderwagenachse und 2 Bügeln einer Liege gebaut. Dieser passte auch für mein Boot. Jetzt brauchte ich nur noch eine Anhängevorrichtung fürs Fahrrad zu bauen und schon konnte ich mit meinem Gespann zum 8km entfernten Main-Donau-Kanal fahren. Sogar die lästige Parkplatzsuche entfiel.

Geht doch, auch ohne Auto!

Nur noch 2 1/2 Wochen

Bald ist es soweit. Ich freue mich auf eine autofreie Zeit, auch wenn das Radfahren in Köln ein gefährliches Unterfangen ist. Radwege mit Wurzeleinbrüchen, die mir vor zwei Wochen einen Sturz einbrachten, Geisterradler und allerlei bauliche Hindernisse machen das Radfahren in Köln zum Spießrutenlauf. Auf meinem Weg von zu Hause zur Arbeit muss ich aber durch diese Stadt – die ich eigentlich liebte, gäbe es diese fahrradfeindliche Verwaltung nicht.

Ich hoffe ich komme gut durch die mehr Kilometer in meiner Stadtradler-Zeit.

Beschwerlicher Transport

Der Entschluss, mich zum Stadtradler-Star zu melden, war schnell gefasst. Bisher habe ich ja auch wunderbare Radtouren gemacht und das Auto nicht vermisst. Nun holt mich jedoch langsam der Alltag wieder ein. Dem Rasen ist es egal, ob ich 3 Wochen ohne Auto auskommen muß; er wächst unaufhörlich weiter und musste deshalb dringend gemäht werden. Doch wohin mit dem Rasenschnitt? Da wir keine Komposttonne haben, brachte ich bisher den Rasenschnitt immer mit dem Auto sofort zum Müllplatz. Das fiel ja nun flach. Also musste ich diese Tour auch mit dem Fahrrad erledigen. Natürlich war an Radfahren mit zwei Säcken am Lenker nicht zu denken und ich musste schieben.Beschwerlicher Transport

Zum Glück konnte ich jedenfalls zurück wieder Radfahren.
Eine beschwerliche und langwierige Angelegenheit war das, aber, es hat mir gezeigt, dass selbst solche Transportaufgaben ohne Auto machbar sind.

Spritztour nach Mainz

Als ich vor Monaten mal so nebenbei gefragt wurde, ob ich bereit wäre Stadtradeler-Star Oberursel zu werden, war meine Antwort: “Na ja, kann ich schon machen…”. Dann war das erstmal im Hintergrund und als ich letzte Woche all meine Termine anschaute, wurde mir klar, dass ich mir einiges vorgenommen habe. Zum Beispiel gestern. Ich hatte Karten für die Master Drummers of Burundi im Frankfurter Hof in Mainz. Also nicht schnell mit Freunden im Auto hinfahren, sondern öffentliche Verkehrsmittel oder, und dafür hatte ich Zeit eingeplant, mit dem Rad. Gegen 16:00 Uhr erschien mir das Wetter doch stabil genug und ich radelte los. Von Oberstedten über Steinbach, Eschborn, Sossenheim nach Höchst am Industriepark vorbei, dann am Main entlang, bei Kostheim auf die Südseite und gleich über die alte Eisenbahnbrücke rüber nach Mainz. Alles zusammen ca. 50 km fast alles auf Rad- oder Wirtschaftswegen, kaum Steigungen, dafür Rückenwind und wider Erwarten auch Sonne. Zurück gings dann mit der S8/ S5 nach Oberursel, das war dann eher etwas tröge so spät in der Nacht. Fazit: für mich in Zukunft eine zu erwägende Alternative, wenn ich die Zeit dazu habe und das Wetter passt.

Mein 2. Tag als Stadtradler-Star

130505_Radtour mit der Försterin_4Um es kurz zu sagen, es war wunderbar! Ganz ohne Auto-Stress mit dem Fahrrad durch endlose Wälder bummeln, immer an der frischen Luft. Die Sonne kam heraus und das frische Laub der Bäume erstrahlte in leuchtenden Grüntönen. Frühling ist die schönste Zeit, jedenfalls für mich. Und wem hatte ich diese schöne Fahrradtour zu verdanken? Unsere Försterin und Stadtradler-Star 2012 hatte zu dieser Fahrt geladen. Mit sachkundigen Hinweisen zu Ihrem Revier und kreativen Spielen (auch für Erwachsene geeignet) konnten die Teilnehmer viel über den Wald erfahren. Eine zünftige Brotzeit unter einer kapitalen Eiche war Naturerlebnis pur. Unsere fürsorgliche Tourenleiterin hatte sogar für jeden ein Sitzkissen parat. Das war nicht zu toppen! So kann es weiter gehen. Danke Heike.

 

Jetzt geht’s los…

So, seit den 1.5. bewege ich mich nur noch mit dem Rad. Bislang war das noch keine so große Herausforderung. Ich war auf dem Marktplatz, um etwas Radrenn-Atmossphäre zu schnuppern. Das war schon imposant, mit welcher Geschwindigkeit die Cracks über das Kopfsteinpflaster sausten. Später fuhren wir zu Hendoc in der Heidetränke, wo die Gruppe Sladenight wunderschöne Musik präsentierte, alles bei Frühlingssonne und bester kulinarischer Begleitung.

Im Taunus unterwegs (2)

Im Taunus unterwegs (1)

Vielleicht noch kurz ein paar Bemerkungen zu meiner Person: ich bin 57 Jahte alt, habe eine Frau und eine Tochter, wohne in Oberstedten, stehe nicht mehr in einem festen Arbeitsverhältnis, sondern bin gelegentlich beratend tätig und gehe ehrenamtlichen Tätigkeiten nach (TV Oberstedten, Grüne, Weltladen…). Zu meinen Hobbys gehört auch das Radfahren. Ich versuche seit Jahren möglichst viele Fahrten mit dem Rad zu erledigen. Mit meiner Frau Martina, die in der Regel noch fitter auf dem Rad unterwegs ist als ich, habe ich in den letzten Jahren einige Urlaube mit dem Rad verbracht, auch in der Schweiz, in Italien oder in Frankreich. Man wundert sich, wie wenig Gepäck man braucht, wenn einem bewusst ist, dass man das nun ein oder zwei Wochen immer bergauf dabei hat.

Leider hat mich gestern eine Erkältung wieder eingeholt, da gingen nicht mehr als 4 Kilometer und heute ist wohl tendenziell Bettruhe angesagt, naja, kann man halt nichts machen.

STADTRADLER-STAR 2013 in Bergheim

Ich bin in der IT-Branche als Berater für eine große Beratungsfirma tätig. Aktuell habe ich einen Beratungsauftrag in Köln-Stammheim.
Dorthin fahre ich täglich mit dem Rad, so dass pro Tag ca. 60 km (30 km eine Strecke) zusammen kommen.

Seit 1976 fahre ich Radtouren, seit 1993 mit meiner Frau zusammen.
Als unsere Tochter Celina 1994 zur Welt kam, schafften wir uns einen Kinderanhänger an. Schon im zarten Alter von 2 Monaten war unsere Tochter gezwungen, unsere 1. Rheinradtour bis in den Schwarzwald mitzufahren.
Es folgten noch die Tour zur Rheinquelle und eine Radtour in die französischen Alpen, wo wir nicht nur am Col de l’Iseran natürlich mit unserem Kinderanhänger auffielen.
Als 1997 unser Sohn Timo dazu kam fuhren wir mit zwei Anhängern. Heute fährt Timo Rennrad, Celina kein Rad.
Seitdem unsere Kinder im Sommer eigene (Urlaubs-) Wege gehen, fahren meine Frau und ich seit 2009 wieder alleine Radtouren.
Letztes Jahr waren noch einmal die französischen Alpen dran – 20 Pässe, 1000 km und 20000 Höhenmeter. Wir sind erklärte Bergfahrer – Flachland mit Wind sind nichts für uns.

Außer meinem Tourenrad, das ich auch für die tägliche Arbeitsfahrt verwende, fahre ich mit Renn- und Mountainbike. Mit dem Rennrad trainiere ich mit meinem Sohn Timo gemeinsam aber auch alleine, um auch die Kondition zu verbessern.
Meine Jahreskilometerleistung ist zurzeit 17.000 km (2012), sonst im Schnitt 12.000 km.
Insgesamt habe ich bis dato 265.000 km davon 25.000 km Radtouren gefahren.

Dass ich Herausgeber des Fliestedener Dorfgeflüsters bin, hat mit meiner Leidenschaft für das Schreiben zu tun.

Fazit: Autofahren nervt

Mein Auto habe ich nicht nach 21 sondern nach 29 (oder auch länger? – ich habe irgendwann nicht mehr gezählt) ausgepackt. Gebraucht habe ich es nicht, vermisst auch nicht. Das Wetter war gut, warum Auto fahren? Meine erste Fahrt zur S-Bahn war dann Stress pur, weil ich irgendwie vergessen hatte, dass man einen Parkplatz braucht und dass vor mir auch noch Verkehr stattfindet – und das kostet Zeit und Nerven. Mit dem Radl fahre ich immer ganz gelassen an der Schlange vorbei und bedaure die gestressten Autofahrer.

Mein Fazit ist:  Sobald das Auto vor der Tür steht ist die Versuchung groß, eben mal schnell zum Autoschlüssel zu greifen.

Jetzt im Urlaub sind wir sehr oft in die Berge gefahren und haben mal wieder festgestellt: Mit der BOB ist man in genau einer Stunde am Tegernsee. Dabei kann man gemütlich Zeitunglesen und kommt ausgeruht nachhause. Auch das Fahrrad kann man gut in der Bahn mitnehmen.

Es wäre schön, wenn wir die Welt verbessern könnten.  Wir alle möchten mehr Lebensqualität erreichen, weniger Verkehr und Lärm. Das geht aber nur, wenn wir umdenken und jeder einen kleinen Beitrag leistet und nur ab und zu mal das Auto stehen lässt.