Der Tag danach

Ich bin heute Auto gefahren, ich kann es noch, aber es war schon ein komisches Gefühl. Irgendwie bin ich erleichtert, aber auch ein wenig traurig. Es war für mich persönlich ein Abenteuer und eine Herrausforderung.

Allgemein habe den Eindruck, dass in und um Birkenau während dieser Zeit deutlich mehr Menschen Radfahren-allein das ist ein Erfolg! Es war von der Seite der Gemeinde Birkenau zudem ein optimaler Zeitpunkt beim “Stadtradeln” teilzunehmen, ist doch eine Vollsperrung entlang der Hauptverkehrsachse vorhanden. Ich nutze ohnehin oft das Rad für kürzere und etwas längere Wege, habe aber für mich durch das “Stadtradeln” richtig Ehrgeiz entwickelt, ich werde weiterhin radeln so viel wie in meinen Altag passt!

 

Stadtradeln am 1. Juli gehts los

STADTRADELN-STAR 2014 in Birkenau
Ich bin ein Stadtradler-Star der Gemeinde Birkenau und bin Verwaltungsmitarbeiterin. Ich empfinde diese drei Wochen als eine spannende Herausforderung, wobei für mich momentan das Spannendste ist: „Hoffentlich regnet es nicht!“
Ich werde zur Arbeit radeln, das ist für mich keine große Herausforderung, da meine Strecke nur 1,4 km beträgt, also lediglich 5,6 km pro Arbeitstag. Ich habe mir allerdings vorgenommen regelmäßig einen Umweg zu fahren. Ich habe mir auch eine Kilometerleistung vorgenommen, die ich aber an dieser Stelle vorsichtshalber noch nicht verrate.
Alles in allem finde ich diese Aktion richtig gut, da wir doch alle viel zu bequem sind und für jede Strecke das Auto benutzen. Der Umweltaspekt ist mir dabei sehr wichtig, aber ebenso wichtig ist für mich der sportliche und gesundheitliche Aspekt.
Ich fahre gern Fahrrad und liebe es in angenehmer Geschwindigkeit die Natur wahrzunehmen, dies praktiziere ich allerdings hauptsächlich im Urlaub. Wie schön ist es auf Mallorca die herrliche Landschaft und die atemberaubenden Ausblicke beim Radeln zu genießen, das erlebe ich jedes Jahr an Ostern. Jetzt werden ich ganz bewusst den Odenwald erkunden und seine Ausblicke genießen. Und auf diese Weise viele Kilometer für mich und meine Gemeinde sammeln.
Ich freue mich drauf, am 1. Juli geht es los!

Auf Kurzstrecken eine wirkliche Alternative

3 Wochen ohne ein Auto zu fahren, das ist bei leichter Umstellung in meinem Alltag zum Glück möglich und wirklich machbar. Nachdem meine 1. Woche mit großer Motivation, gutem Wetter und unterstützenden Mitradlern mit rund 120 Kilometern begann, verlangte die Regenwoche schon mehr Überwindung bzw. Vermeidung von Unternehmungen. Es kamen auch nur popelige 60 Kilometer bei mir zusammen. Jetzt läuft die dritte Woche und es macht wieder mehr Spaß; auch bei Hitze von rund 32 Grad! Der Fahrtwind macht`s möglich.
Mein Fazit: es kommen doch eine Menge Kilometer im Alltag an Kurzstrecken zusammen, ohne dass ausgesprochene Radtouren dabei waren. Bei mir werden es rund 280 km in den 3 Wochen sein. Das hätte ich nicht gedacht. Erleichtert hat die Entscheidung für das Rad natürlich die Sperrung der Talstraße in Birkenau, da ich häufig die Strecke nach Weinheim fahre. Das ist momentan wirklich Genuss pur: kaum ein Auto, die Weschnitz plätschert bzw. rauscht bergab, die Fischreiher wundern sich ebenfalls über diese Idylle und ich bin nicht länger unterwegs als mit dem Auto. Negativ ist die mangelnde Wahrnehmung der Autofahrer in und um unsere Kommune. Da wird man im „Nadelöhr“ Obergasse weggehupt, man rechnet im Zentrum nicht mit radfahrendem Gegenverkehr und schneidet die Kurven. Hier lässt sich noch Einiges verbessern. Warum nicht eine deutliche Markierung auf die Fahrbahn malen, um auf diese Verkehrsgruppe aufmerksam zu machen? Schließlich müssen wir in den Ortschaften aus Platzmangel ohne Radwege auskommen. Aber in den vergangenen Wochen ist der Anteil der radfahrenden Bevölkerung ja erfreulicherweise deutlich gestiegen. Gemeinsam können wir vielleicht doch etwas erreichen. Rund 22.000 Kilometer von allen Teilnehmern finde ich nicht nur beachtlich, das fordert doch eine größere fahrradfreundliche Beachtung und Umsetzung im Verkehr heraus. So stelle ich mir eine gelungene Umsetzung der Kampagne vor.

Sabine Neumann, Gemeindevertreterin, FWV, Birkenau

Bilanz einer Stadtradlerin

Die drei Wochen als „Stadtradelstar“ sind morgen vorbei. Wenn das Sommertief nicht allzu arg zu schlägt, werde ich im kommunalen Umkreis, wie auch schon zuvor, weiter meine Runden mit dem Rad drehen. Die Familie freut sich, sind endlich wieder Wasserkisten aufgefüllt und das Leergut aus dem Keller verschwunden.
Aus sportlicher und gesundheitlicher Sicht war die Zeit erfolgreich; Ausdauerbelastung tut mir für den gesamten Bewegungsapparat und dem Herzkreislaufsystem gut. Bei langen Strecken muss ich feststellen, das meine HWS nicht so begeistert ist: mir schlafen schnell die Hände ein. Da muss ich wohl an der Radhaltung und Radeinstellung etwas ändern. Bin im Odenwald halt mit dem Mountainbike unterwegs und nicht mit einem Tourenrad! Aber, ich blieb unfallfrei und hatte keinen Platten!
Meine weitere Radbilanz zeigte mir bei 250 Kilometern eine Spriteinsparung von 37 € und 36kg CO2-Vermeidung. Da ich überwiegend mit unserem Bus unterwegs bin, der ein CO2-Verbrauch von 200g/km hat, klingt das nicht wenig. Frage ich mich nur, wie viel CO2 habe ich beim Radfahren ausgeatmet? Sind die 3.300kg CO2, die die Gesamtgemeinde Birkenau durch das Erradeln von rund 23.000km eingespart hat, nicht mit Flügen in die Feriengebiete um ein Vielfaches wieder herausgeblasen? Hier wird die Kampagne ideologisch und unehrlich.
Ein kompletter Verzicht auf das Auto ist für mich nicht möglich, für meine Familie erst Recht nicht, da das Nahverkehrsnetz in der Metropolregion Rhein-Main und im Weschnitztal im Besonderen auch keine passende Alternative ist.
Für mich bleibt die Erfahrung, die Fahrradverkehrssituation ist hier im Odenwald, besonders in und um Birkenau, durch mangelnde Radwege und fehlende Beschilderung von attraktiven Zielen weiterhin problematisch. Kommt man in den Ried hinaus, ist das Radwegenetz gut ausgebaut und ausgeschildert. Für Foto- und Naturliebhaber gibt es vom Rad aus immer Etwas zu entdecken und die weiteren radfahrenden Verkehrsteilnehmer sind mir sehr freundlich begegnet.
Ich bedanke mich bei meinem Radelteam , den FWV-Bikern. Wir haben mit 13 Personen 2.200km in den 3 Wochen geschafft! Das ist eine beachtliche Strecke. Das Wichtigste: in dieser Zeit waren in Birkenau wirklich viele Radfahrer unterwegs, die das Verkehrsbild positiv geprägt haben. Ich hoffe, das ist nicht nur der momentanen Verkehrssituation geschuldet.
Sabine Neumann, Gemeindevertreterin, FWV Birkenau

 

Zweite Woche abgeschlossen!

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Hier geht’s nicht mehr weiter :-)

 

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Vorsicht Reiher!

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Die Zweite Woche ist nun auch schon vorbei.

Ich habe im Rahmen meines Kontrolldienstes das Naturschutzgebiet im Bereich der “Sandlache” abgefahren und ein paar schöne Fotos gemacht.

Es ist immer wieder toll durch dieses Gebiet zu fahren und die Natur neu zu entdecken.

Weiter könnt Ihr die Beschilderungen des Radwegenetzes in und um Ingelheim sehen. Es gibt sehr gut ausgebaute Rad- und Wanderwege und an verschiedenen Stellen wurden Elektrotanksäulen aufgestellt, an denen man kostenfrei sein E-Bike bzw. Pedelec aufladen kann.

Viele Grüße aus Ingelheim und eine schöne radaktive Woche wünscht Euch

Markus Isinger  :-)