Stadtradeln startet ;-)

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Uiui, worauf hab‘ ich mich da nur wieder eingelassen??

Drei Wochen ohne Auto… Seit Jahren schon ist das Fahrrad mein alltäglicher Begleiter, aber gelegentlich eine Autofahrt?

Wie dem auch sei, heute Nachmittag um 5 geht’s los. Die Kampagne zeigt Wirkung, die Menschen in Bad Bentheim „ziehen mit“. Und was liegt mir da näher, als auch noch einmal voller Elan meine wunderschönen Alltagsrouten in der Stadt und in benachbarte Städte zu fahren, oder neue Wege zu gehen, ähm, zu radeln.

Eine Bürgermeisterrunde in Emlichheim ist auf dem Radar: Die erste Fahrt mit dem Fietsenbus zeichnet sich ab, und eine Rückfahrt längs durch die Grafschaft, darauf freue ich mich besonders.

Und Sie? Und Ihr? Seid Ihr dabei? Vielleicht fahren wir gelegentlich gemeinsam? Ich freue mich darauf!

Bis nachher: 17 Uhr, Bad Bentheim, Marktplatz. Ich bin gespannt.

Radeln wie Gott im Vinschgau

Was wünschen wir uns von einem TOP-Radweg? Auf meiner – durchaus subjektiven – Wunschliste stehen insbesondere:

  • eine attraktive Strecke (z. B. Landschaft mit Bergen und Flüssen, Städte und Dörfer, Sehenswürdigkeiten),
  • guter Ausbau der Strecke mit Hinweisen zur Streckenführung (z. B. glatter Asphalt in auskömmlicher Breite und mit weiterführenden Markierungen, möglichst kein Kopfsteinpflaster),
  • radfreundliche Streckenführung (gut: Trennung oder gar Ausschluss von Autoverkehr),
  • Radfahrer-freundliche Infrastruktur entlang der Strecke (Radfahrer begrüßende Gastronomie, Servicebetriebe, die Radfahrern weiter helfen, öffentlicher Personenverkehr entlang oder in der Nähe der Strecke),
  • dazu ein Klima, in dem ich mich wohlfühlen, vielleicht sogar erholen kann.

Da wird es für manche Radwege schon eng. Ich bin heute einen Premium-Radweg gefahren, der nicht nur die Kriterien meiner Wunschliste voll erfüllt: der ca. 62 km lange Radweg von Mals nach Meran führt in Südtirol im Tal des Vinschgau entlang der Etsch am Fuß von z. T. schneebedeckten Alpengipfeln durch malerische Städtchen und Äpfelplantagen auf einer weitestgehend autofreien Trasse. Und dazu kommt dann noch ein Schmankerl von besonderer Güte: Mals liegt auf einer Meereshöhe von rd. 1.000 m, Meran auf rd. 325 m Meereshöhe. Das heißt: die Fahrt verläuft wie die Etsch fließt: rauschend bergab – ein alle Sinne belegender Traum.

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Diesen Traum zu erleben, macht kein Problem: mit wenigen Schritten erreiche ich von meinem Quartier einen Bus, der mich zu einem der Bahnhöfe in einem der Städtchen bringt, welche die Vinschgaubahn auf ihrer Fahrt von Meran nach Mals ansteuert. Am Bahnhof in Mals miete ich als Inhaber eines 7-Tage-Tickets zu einem vergünstigten Preis ein mir genehm erscheinendes Rad aus mehreren Angebotskategorien (u. a. auch Elektrobikes) aus. Mein „Trekking Bike“ ist technisch einwandfrei, wird kurz auf mich eingestellt und läuft prima. Ich kann es an jedem Bahnhof entlang der Strecke nach Meran wieder zurück geben – doch warum sollte ich das tun? Bei tollem Wetter und besten Bedingungen trinke ich nach erster abschüssiger Fahrt in Glurns unter freiem Himmel meinen morgendlichen Kaffee, esse auf einem Platz mitten in Latsch eine vorzügliche Pasta, genieße im Schatten der Bäume eines Cafés einen weiteren Kaffee und trinke im Garten eines Bekannten in Naturns selbstgepressten Apfelsaft mit Brunnenwasser. Da lasse ich keinen Meter der Radweges bis zum Bahnhof in Meran aus, zumal unmittelbar vor Meran (ab der „Töll“) noch eine herrliche Serpentinenabfahrt und eine daran anschließende eher gerade, aber ebenfalls abschüssige Strecke locken.

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Kleine Rast in einem der „Sessel“ vor der Serpentinenabfahrt nach Meran

Der liebe Gott mag das Leben in Frankreich, das Radfahren genießt er im Vinschgau.

Bericht aus Hamburg

Mit dem Stadtrad unterwegs im Schanzenviertel

Mit dem Stadtrad unterwegs im Schanzenviertel

Am Wochenende ging´s mit dem ICE nach Hamburg. Auch dort werden natürlich weiter fleissig km für das Stadtradeln gesammelt. In der City und den umgebenden Stadtteilen findet man fast überall Entleihstationen für die StadtRÄDER. Wer einmal registriert ist, kann über das Smartphone in wenigen Sekunden ein Rad entleihen.
Mittlerweile ist das System so erfolgreich, dass an bestimmten Stationen zeitweise keine Räder mehr verfügbar sind. Das haben wir an diesem Wochenende so gleich zweimal erlebt.
Dann bleibt einem nur noch übrig, die Hochbahn oder den Bus zu benutzen.
In Hamburg selbst wurde seit meinem letzten Besuch allerhand für den Radverkehr getan. Während in früheren Zeiten der Radverkehr häufig über verkümmerte gemeinsame Rad-/Fusswege auf dem Bürgersteig geführt wurde, finden sich jetzt auf vielen Hauptachsen neu angelegte Radfahrstreifen und Schutzstreifen. Diese ermöglichen ein viel schnelleres Vorankommen für die Radler und vermeiden Konflikte mit den Fußgängern in den belebten Einkaufsstraßen.
Für die Verbindung der Stadtteile untereinander werden neue Velorouten angelegt. Leider weisen diese noch häufig Unterbrechungen auf und für den Radverkehr entstehen an vielen Kreuzungen zu lange Wartezeiten durch Ampelschaltungen, die immer noch den motorisierten Verkehr bevorzugen.

Eine Fahrradstraße? Ja, aber bitte mehr davon!

 

Nun fahre ich also wieder mal ins Deichamt, im Durchschnitt mache ich das an vier Tagen in der Woche, mitunter auch zwei Male hin und zwei Male wieder zurück. Auf jeder dieser Fahrten mit dem Rad nutze ich die Wiesenstraße zwischen Rheinfeld und Stadt Zons. Seit Jahren schon ist diese Straße als Fahrradstraße ausgewiesen. Schilder und Fahrbahnmarkierungen weisen in aller Deutlichkeit darauf hin, dass Autofahrer hier nicht herfahren dürfen, es sei denn, sie seien Anlieger.

Fahrradstraße

Müsste ich heute eine gefühlte Bilanz zum Erfolg der Fahrradstraßen-Ausweisung erstellen, fiele diese Bilanz sehr zwiespältig aus. Gewiss, Radfahrer dürfen sich auf der Wiesenstraße straßenverkehrsrechtlich „im Heimatland“ fühlen, dies zeigen mir die Familien und Radfahrergruppen, die insbesondere am Wochenende auf der Fahrradstraße unterwegs sind. Doch auch sie müssen immer wieder Autofahrern ausweichen, die die Straße rechtswidrig befahren, weil sie eben nicht Anlieger sind. Für sie ist es halt viel bequemer und zeit- wie spritsparender, die direkte Verbindung zwischen Rheinfeld und Zons zu fahren als die deutlich längere „offizielle“ Strecke. Als inzwischen einheimisch Gewordener (falls man dies in Dormagen schaffen kann) staune ich oft, welche mir bekannten Gesichter mir im Auto entgegen kommen oder welcher Wagen mich gerade überholt, die Strecke schnurstracks durchfährt, ohne irgendwo wegen eines Anliegens zu halten.

Da frage ich mich als früherer Ratsherr, der die Ausweisung der Fahrrdstraße gefordert und mit betrieben hat, heute schon einmal, ob eine solche Maßnahme wirklich sinnvoll war und heute noh ist. Und trotz der erlebten Enttäuschungen sagt mir mein Kopf: ja, die Ausweisung war und ist sinnvoll, aber eben noch unvollkommen:

  • Sie muss durch weitere verkehrsrechtliche und straßenbauliche Maßnahmen noch eindeutiger ausgewiesen werden.
  • Sie braucht eine Verlängerung über die Straße „Auf dem Sandberg“ und den Andreasweg (Wirtschaftsweg, der die Andreasstraße mit der Krefelder Straße verbindet), damit die Radfahrer eine sichere Verbindung zwischen der Stadt Zons, Rheinfeld und der westlichen Innenstadt bekommen.

Solche zukunftsweisenden Radrouten können innerstädtische Verkehre prägen – und für den Radverkehr müssen sie das auch, wenn denn der Radverkehr tatsächlich mehr Zukunft für Städte mit mehr Lebensqualität bringen soll.

 

Ab jetzt 3 Wochen alles mit dem Rad erledigen

MONTAG 24-8-2015
Es ist 6.20 am Morgen:
die erste Überraschung: ich schiebe mein Rad aus der Hofeinfahrt und die Straßenlaternen sind noch nicht abgeschaltet (der Sommer mit seinen langen Tagen geht deutlich spürbar dem Ende entgegen)
die zweite Überraschung: der Regen hat aufgehört und bei halbwegs freundlicher Witterung geht es durch den feuchten und herrlich duftenden Wald Richtung Offenbach zur Arbeit

Auf Umwegen durch Castrop-Rauxel

Schon seit etlichen Jahren fahre ich die meisten Strecken mit meinem Fahrrad. Nun, im offiziellen Stadtradeln, ist der Ehrgeiz geweckt, möglichst viele Kilometer „zu sammeln“. Auf diese Weise fahre ich statt der 2 km bis zu meinem Supermarkt mindestens 18 – quer durch die Wälder. Meine kleinen Ausflüge sind ein hervorragender Ausgleich zur alltäglichen Arbeit.

Zum Einkauf mit dem Rad nach Köln

Zum Einkauf mit dem Rad nach Köln

Für meinen in Kürze anstehenden Urlaub in Südtirol brauche in noch ein paar Utensilien. Da passt es prima, dass die Firma, die nicht nur Globetrotter ausrüstet, mir vor einigen Tagen einen Gutschein zum Geburtstag schickte. Also nutze ich kurzentschlossen das hervorragende heutige Wetter und fahre mit meinem Reiserad (ein in der Gesamtlänge 120 cm messender „Roadster“, bei dem „Länge läuft“ – wer googlen mag, findet die nicht utopische Firma) im wesentlichen über die B9 in die Kölner Innenstadt ins unmittelbare Umfeld des Neumarktes.

Wer dies für eine triste Strecke hält, hat nur zum Teil Recht, was den Vorstadtbereich anbelangt. Die Strecke bis Fühlingen und hinter Fühlingen bietet auf dem dort vorhandenen Radweg durchaus ihre landschaftlichen und bewaldeten Reize, die Strecke hinter der Inneren Kanalstraße vermittelt Kölner Flair. Und wer an einem Samstag Morgen bereits um 09:00 Uhr im Sattel sitzt (nichts annähernd Spektakuläres), wird sich über viel Verkehr nicht beklagen können.

So bin ich prima unterwegs – trotz Gegenwind und etlicher Ampelstopps in Köln brauche ich für die rd. 22 km weniger als eine Stunde und zehn Minuten. Hätte ich mein Ziel von daheim per S-Bahn und Fußweg vom Kölner Hauptbahnhof angesteuert, hätte ich kaum weniger Zeit benötigt.

In dem angesteuerten Outdoor-Tempel geht es mir wie wohl vielen Kunden: ich erledige meine Einkäufe, widerstehe vielen Versuchungen und erliege einigen Verlockungen zum Kauf weiterer Utensilien. Der Genuss eines guten „Cafe creme“ trägt zu meiner Zufriedenheit bei. Dies und der Rückenwind auf der Rückfahrt verkürzen die Fahrzeit auf etwa eine Stunde.

Jetzt freue ich mich – über meinen Einkauf und über meine zügige Hin- und Rückfahrt, über einen gelungenen Samstagvormittag.

 

Köln

Ein Interview mit der Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Ausgabe 18.08.2015

Für innerstädtische Strecken mehr das Fahrrad nutzen

DORMAGEN Das Auto stehen lassen – und möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegen: Seit Samstag nimmt die Stadt Dormagen wieder drei Wochen an der Aktion „Stadtradeln“ teil – zurzeit mit 51 Dormagenern, einer davon ist der „Stadtradel-Star“ Reinhard Hauschild, der ehemalige Dormagener Bürgermeister.

Interview NGZ 150818

NGZ: Herr Hauschild, wie sehen Sie sich als „Stadtradel-Star“?

REINHARD HAUSCHILD: Ich freue mich darüber, dass ich als passionierter Fahrradfahrer auf diese Weise vielleicht noch mehr Dormagener dazu motivieren kann, auf das Rad umzusteigen. Als „Star“ sehe ich mich allerdings nicht (lacht).

NGZ: Wie können Sie die mehr als 1200 Kilometer, die Tanja Gaspers zwischen Troisdorf und Dormagen zurückgelegt hat, noch toppen?

HAUSCHILD: Mein Ziel ist nicht, so viele Kilometer wie nur möglich zu fahren – an die Kilometer von Frau Gaspers käme ich sowieso nicht heran. Es geht vielmehr um den bewussten Einsatz des Fahrrades im Alltag, beispielsweise zum morgendlichen Brötchen holen. Wir alle können doch nur begrüßen, wenn das Auto mal nicht genutzt wird, insbesondere auf innerstädtischen Strecken. Das ist gut für unsere Umwelt und für die eigene Gesundheit. Und zudem wäre es natürlich schön, wenn wir gemeinsam den Stadtradel-Rekord von 150 000 Kilometern in den drei Wochen in Dormagen „erradeln“ könnten.

NGZ: Wie ist Dormagen für Fahrradfahrer aufgestellt?

HAUSCHILD: Es ist in den vergangenen Jahren sehr viel in die Fahrrad-Infrastruktur investiert worden. Nicht ohne Grund ist die Stadt Dormagen „Fahrradfreundliche Stadt“. Das habe ich von meinem Bürgermeister-Kollegen Heinz Hilgers gern übernommen und selbst engagiert fortgeführt: Die Förderung des Fahrradverkehrs liegt mir sehr am Herzen. Das unterstütze ich gern weiter, auch als Deichgräf.

NGZ: Gibt es hier besondere Vorzüge?

HAUSCHILD: Ein großes Plus sind unsere meist gut asphaltierten Wirtschaftswege. Im Gegensatz zu anderen Kommunen können sich Radler in Dormagen auf ein gut ausgebautes Radwege-Netz stützen, das bis auf wenige Ausnahmen flächendeckend ist. Das ist ein nicht zu unterschätzender Standort-Vorteil für die Stadt Dormagen im interkommunalen Wettbewerb.

Carina Wernig führte das Gespräch für die NGZ.